Für Andreas Lenzenwöger ist 2024 ein sehr kristallines und glasklares Jahr mit einer ungeahnten Präzision, das etwas an 2021 in Weiß erinnert. Genau wie in den Vorjahren bekam der Weiße bei Andreas Lenzenwöger nur eine Nacht Kaltmazeration auf den Schalen. Obwohl der Jahrgang viel Struktur und Kraft mitbringt, wollte Andreas nicht darauf verzichten, um die höhere Komplexität mitzunehmen. Es gibt den Weinen einfach einen unvergleichlichen Kick, das gewisse Etwas, findet er. Der Wein wächst auf sandigen Böden in Courthezon und hat entsprechend eine sehr feine, helle Frucht. Die typische Blumigkeit der Clairette ist enorm ausgeprägt in 2024, durchaus offenherzig und mit wahnsinnig viel Ausstrahlung. Der 2023er Blanc war etwas reduktiver in der Jugend, 2024 legt direkt schon so viel auf den Tisch. Mineralisch-frischer Antrunk mit zarten Bitterstoffen aus Grapefruit, Zitronenabrieb, Zitronenthymian. In den Mund zieht sich wilder Fenchel, weiße Blüten, Litschi und die Kräuterbitternis des Südens. Der Maischekontakt gibt dem Wein eine wunderbare Textur. Der klingt schön trocken-salzig aus, die grünliche Spannung von den Rappen aus dem Maischekontakt ziehen nochmal über die Zunge. Der Alkohol liegt irgendwo bei 13.5% bis 14% vol.. Große Länge und Intensität, schiebt lange, lange durch. Andreas Lenzenwöger beherrscht das Spiel mit den Gerbstoffen perfekt. Von der Nase mag man noch meinen einen reichen, heißen Jahrgang im Glas zu haben, aber am Gaumen dann total fein und saftig, geschliffen und schön definiert auslaufend. Keine Spur von Hitzigkeit oder Extreme. Unglaublich! *** Andreas Lenzenwöger praktiziert das Winzertum seit bald 20 Jahren bei Pegau in Châteauneuf, er ist dort Partner des Inhabers Paul Feraud, davor war er in der Steiermark beim Sattlerhof tätig. In den maximal handwerklich erzeugten Wein Definitely Red fließt all sein Wissen und all sein Können – private Liebhaberei ist ein noch viel zu kurz gegriffenes Wort. Das ist schon ein bisschen verrückt, das kann nur jemand tun, der sich in seinem Wein komplett verwirklichen und ausdrücken will. Burgundische Finesse und das typische Terroir der Südrhône sollen sich in einem harmonischen und ganz eigenständigen Charakterwein wiederfinden. Wir haben hier mit Def Red einen Garagenwein im besten Sinne und ohne Kompromisse: Von der Auswahl der Trauben über die gebrauchten Barriques von Guigal bis hin zum NDTec Kork wird nichts dem Zufall überlassen. 100 Prozent Grenache aus 40 Jahre alten Reben von sandigen Böden werden per Hand eingemaischt und ohne jeglichen maschinellen Einsatz in offenen Barriques vergoren, mit Folie abgedeckt, draußen auf der Terrasse, das heißt die Maische macht die Tag-Nacht-Temperaturschwankung voll mit, was eine gewollte Zusatzkomponente in der Finesse ist. Das Ganze findet über 3 Wochen statt, dann schöpft er den Wein heraus, presst den Rest per Hand ab, führt alles zurück ins Barrique, verschließt das Fass und rollt es den Hang hinab in seinen winzigen Keller. Dort findet dann die Malo statt, keine Bâtonnage. Es gibt nur 2 solcher Barriques. Der Ausbau dauert dann eineinhalb Jahre. Keine Filtration und Schönung, keine Zugabe von Schwefel, der kommt erst bei der Füllung in minimalen Mengen dazu. Kurz vor der Abfüllung dann Sedimentierung in einem kleinen Tank und von einem winzigen Spezialabfüller in die Flasche gebracht. Die Füllung ist der einzige Vorgang, bei dem der Wein jemals mechanisch bewegt wird während des gesamten Herstellungsprozesses. Ansonsten hat dieser Wein während der gesamten Herstellung nur Handarbeit gesehen, mehr Naturbelassenheit geht kaum in einem Wein.