Die Parzelle liegt quasi direkt neben der Domaine, etwas höher auf rund 280 Metern gelegen, unterscheidet sich aber vor allem im Terroir. Die Reben sind mit einem Alter von 40 Jahren deutlich jünger und der Boden ist sandig, durchsetzt mit dem Eisen-ähnlichen Mangan. Die Trauben sind hier immer etwas früher reif. »Reine de Nuit« wird in der Nacht gelesen, da die Trauben dann am kühlsten sind und diese Kühle soll auch durch die ganz klare, hellrote Frucht in den Wein transportiert werden. Eine recht steile, sehr exponierte und reiche Südlage, immer mit die erste Parzelle, die geerntet wird. Daher hat sich Anita entschieden, diese Parzelle immer in den ersten Morgenstunden der ausgehenden Nacht zu ernten, um ein Maximum an Frische zu erhalten. Zudem wird der Wein zu 100 Prozent als Ganztraube direkt eingemaischt, um den Speed nicht zu verlieren. Die Fermentationen finden in Betoncuves statt, dann wird für die Topweine in Barriques und 400 Liter umgezogen. La Reine de Nuit ist immer ein ganz eigener Charakter. Wir haben die warmen Elemente der Südlage und des Jahrgangs in dunklerer Frucht, aber dazwischen auch diesen brillanten, rotfruchtigen, energetischen Touch, der das alles in die Höhe zieht. Der Wein wirkt auf der Zunge beschwingter und leichter als er eigentlich ist. Da stecken schon ordentlich PS unter der Haube, aber es ist so straff und gewissermaßen kühl dabei. Etwas Cassis und Kakao, dann auch Sauerkirsche, Granatapfel, roter Augustapfel, Nelkenpfeffer. Zieht und zieht im Mund. Wirklich verblüffend, wie elegant Gamay aus Winzerin Anitas Händen ist. Schwerelose Kraft. Das ist schon ein ziemlich einzigartiger Beaujolais-Stil, der hier von Anita produziert wird.