Man erwartet vom Großmeister des Cornas im Grunde nicht, dass er stilistisch so anders, so unglaublich fein arbeiten kann. Saint Joseph ist meist rotfruchtiger als das wärmere Cornas. Les Côtes ist eins der Top-Terroirs von Saint Joseph im Herzen der Gemeinde Mauve, Chave, Gonon, alle Superstars sind dort unterwegs. Das ist die große Bühne! Allerdings sind die Reben von Voge hier noch etwas jünger, deshalb wollen sie noch keinen allzu ambitionierten Wein daraus machen. In 20 Jahren wird er das ganz klar werden, aber aktuell ist die Vinifikation und der Weinbau angepasst an jüngere Reben. Das heißt zarte Extraktion, ganz feine Tannine, ein sehr purer, glockenklarer Saft. Die Trauben werden zu 100 Prozent entrappt, um den Stil noch nicht zu überziehen bis die Reben mal 50 Jahre und älter sind. Fermentation und Ausbau in 600 Liter Fässern, keinerlei Barriques. Eine sehr satte Nase, wow. Man wird aus der Kurve getragen von der Fruchtintensität, wir haben so viel Cassis, Veilchen, roten Pfeffer. Im Mund dann explosiv, so straff, dass sich die Zunge rollt. Das ist kein Saint-Joseph à la Papa, oldschool, süß und fett, sondern genau das Gegenteil. Das ist Syrah in vertikaler Form, aufstrebend, enorm rassig, mit roter, kanalisierter Frucht, die eher an Pinot Noir erinnert, aber eben die Würze und den Punch von Syrah mitbringt. Das ist ein Mega-Wein, aber eben sicher nicht für jeden. Ich liebe Les Cotes, immer einer meiner Lieblinge und 2024 passt mit dem etwas kühleren Stil wie die Faust aufs Auge bei diesem Wein. Das ist rotfruchtiger Saint Joseph in Reinform.