Der Boden des Falkenlay ist tiefgründiger als bei den Nachbarn Rothenpfad und Fahrlay. Wurzelechte Reben an Einzelpfählen. Verwitterungsgestein bei einer reinen Südexposition. Durch die Tiefgründigkeit des Bodens neigt der Wein immer zu etwas mehr Kraft und Opulenz. Alles biodynamisch bewirtschaftet und ausgebaut. Natürlich spontan vergoren, nach direkter Abpressung und nur einer minimalen Maischestandzeit auf der Presse. Dann der Ausbau im 1000 Liter Holzfuder, altes, gebrauchtes Holz. Lange auf der Vollhefe belassen wie immer. Manche Fässer haben eine Malo durchlaufen, wie meistens bei Busch. Qualitativ und mengenmäßig ist 2025 ein starker Jahrgang für Familie Busch. Hohe Reifegrade und sehr frische Säurewerte, wenig Botrytis, perfekt für große, trockene Rieslinge. Die Lese begann extrem früh bei Buschs, schon am 7. September und zog sich dann insgesamt aber bis Mitte Oktober für die hohen Prädikate. Es ist ein warmer, kraftvoller Jahrgang, der etwas an 2015 erinnert, weil wir eben diese generöse Reife gepaart mit einer schön straffen Säurefrische haben – ähnlich wie es 2023 auch hatte. Der Falkenlay ist ein eleganter Powerstoff, wahnsinnig konzentriert, er bringt mehr Gewicht und mehr Komplexität auf die Waage als der etwas straffere Fahrlay. Tief und ausladend geht er über den Gaumen, mit schickem Schmelz und ziselierter Raffinesse. Er zeichnet ein Mosaik aus kleinen, getrockneten Blaubeeren, Graphit, zerstoßener Muschelschale und heller Birne auf die Zunge. Mundfüllend und reich, aber dennoch unerhört elegant und geschliffen. Top-Stoff in 2025! Es ist ein Wein, der hungrig macht, der an eine große Tafel gehört. Wo der Fahrlay für sich alleine genommen einfach aufregend und verspielt und freakig ist, will die Struktur des Falkenlay lieber auf ein schönes Eifelwild oder feines Kalbsfleisch treffen.