Der Chardonnay AEIOU stammt aus der Einzellage Edelgraben, gewachsen auf purem Schiefer. Christian Tschida arbeitet hier mit einer extrem dichten Doppelstockerziehung, weit über 10.000 Reben pro Hektar stehen in direkter Konkurrenz zueinander. Das ist für die Rebstöcke Stress pur, für den Wein aber ein Geschenk: minimale Erträge, kleine Trauben, enorme Konzentration. Vergoren wird spontan, der Ausbau erfolgt in großen gebrauchten Fässern. Unfiltriert, ungeschönt und ohne zugesetzten Schwefel gefüllt. Also Tschida pur. Das ist ein Chardonnay, der sofort klar macht, dass wir hier nicht in der gemütlichen Burgund-Kopie unterwegs sind, sondern komplett eigenständig. Die Nase ist steinig, rauchig, kühl und zugleich tief. Zerstoßener Schiefer, Feuerstein, etwas Sesam, Miso und geröstete Mandel, dazu Zitronenöl, Mirabelle, gelber Apfel und ein Hauch von weißem Pfirsich. Mit Luft kommen getrocknete Wiesenkräuter, Kamille, Bienenwachs und eine ganz zarte, helle Exotik in Richtung Sternfrucht und Kumquat. Alles bleibt engmaschig, brillant und salzig durchzogen. Keine laute Frucht, kein Holzgeschiebe, sondern pure mineralische Spannung. Am Gaumen dann diese unglaubliche Mischung aus Druck und Leichtigkeit. Der Wein hat Substanz, ja, aber er schwebt mehr, als dass er schiebt. Salzzitrone, gelber Apfel, Quitte und feine Zitrusschale laufen über eine vibrierende, fast elektrisierende Mineralität. Darunter liegt ein cremiger Hefeschmelz, aber er wird sofort wieder von Salz und kühler Säurefrische eingefangen. Sehr fein strukturiert, mit zarter Phenolik, langem Zug und einem mineralisch vibrierenden Finale. Ein ungewöhnlicher Chardonnay, aber gerade in seiner Ungewöhnlichkeit großartig. Tschidas AEIOU ist wie immer kein gefälliger Sortenwein, sondern ein Grand Cru aus einer ganz eigenen Welt. Große Klasse!