Lobenberg: 84% Merlot, 12% Cabernet Franc, 4% Cabernet Sauvignon, Schwarz. Für Pavie Macquin ungewöhnlich schwarzfruchtige, wuchtig, dichte und süße Nase, satte Valrhona-Bitterschokolade mit leichtem Maracuja-Touch neben süßer Maulbeere, konzentrierter Brombeere mit Orangenschale, Blaubeere und Schwarzkirsche, dichte Ströme butterweichen Tannins, Massen sehr reifer Frucht, schwarze Erde, Teer. Dann erst bricht die Rasse durch, rote Johannisbeere und rote, süße Kirsche, Schattenmorelle und Cassis, auch Granatäpfelkerne. Vibration und singende Finesse. Eine schwer beeindruckende Nase und sehr erstaunlich, das hat in der Fülle Tendenz zum Angelus. Sehr rassiger Antrunk im Mund, frische Zwetschge, reife, satte, rote Waldbeeren, dann kommen Brombeere und Schwarzkirsche, auch wieder etwas Heidelbeere, frische Eukalyptus und Minze, frische, rote Cranberry. Üppigst weiches Tannin füllt den Mund vollständig und schwappt doch auch mit frischer Säure tänzelnd hin und her. Im Nachhall neben Brombeere viel reife, konzentrierte Himbeere als Konfitüre, Sandelholz, dominikanische Zigarrenkiste nebst frischer Zwetschge, alles belegt den Mund für Minuten. Großer Wein, überaus rassig, noch besser als der sensationelle 2008er, die hohe Reife, die satteste Frucht, üppigstes butterweiches Tannin und tolle Frische, das ist für Pavie Macquin die Perfektion. Nur das gegenüber Tertre Roteboeuf, Ausone und Beausejour Duffau etwas schwächere Terroir (mehr Lehm, schwächere Drainage und nicht sofort auf Kalkstein) und dem daraus resultierenden Fehlen der gleichen Mineralik hindert das Chateau an einer Höchstbewertung. 96-97/100