Cesconi: Blauwal Rosé Extra Brut 2021

Cesconi: Blauwal Rosé Extra Brut 2021

Neu

Zum Winzer

Pinot Nero 61%, Chardonnay 39%
rosé, trocken
Flaschengärung
Perlend
12,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2036
leicht & frisch
mineralisch
Lobenberg: 94+/100
Italien, Trentino
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Blauwal Rosé Extra Brut 2021

94+
/100

Der Blauwal Rosé besteht zum Großteil aus Spätburgunder im Verschnitt mit Chardonnay. Die Reben stehen in Weinbergen auf bis zu 500 Metern Höhe an den Hängen von Pressano, nördlich der Stadt Trento, auf kompaktem Sandstein, durchzogen mit Gipsschichten. Sie werden hauptsächlich in der hier typischen, traditionellen Pergola-Erziehung – also über Kopf – angebaut. Die jüngsten Rebstöcke sind ungefähr 30 Jahre alt. Die Trauben werden sorgsam und sanft von Hand gelesen und dabei bereits im Weinberg streng aussortiert. Nur perfekte Trauben kommen überhaupt erst in den Keller! Direkt nach der Ankunft im Weingut werden die Trauben mit sanftem Druck abgepresst. Das führt zwar zu einem geringeren Ertrag (bei diesem Wein liegt die Ausbeute bei 55-60%), dafür aber zu einem sehr klaren Most. Die anschließende Gärung beginnt im Stahltank und wird in gebrauchten Barriques zu Ende geführt, wo der Wein nach der Malo acht Monate lang auf der Hefe ausgebaut wird. Nach der zweiten Gärung in der Flasche bleibt dieser Blauwal Rosé 36 Monate lang auf der Hefe, bevor er degorgiert wird. Die Dosage wird wie immer bei Cesconi mit 1,4 g sehr niedrig gehalten, um den Charakter des Grundweins nicht zu überdecken. Von diesem handwerklich hergestellten Wein gibt es je nach Jahrgang maximal 6.500 Flaschen. Mittleres, leuchtendes Lachs-Orange mit ultrafreiner Perlage. In der Nase hat dieser Stoff etwas von einer mystischen Dame: herrlich duftend, und doch gibt er seine vollkommene Schönheit erst nach und nach preis – ganz so, als wollte er erobert werden. Ein Wein, der es verdient, genau unter die Lupe genommen zu werden. Im ersten Moment steigen wilder Weinbergspfirsich, cremiges Birnenbrioche, karamellisierte Apfel-Tarte-Tatin, weißer Honig, Wachs, Orangenöl und Orangenabrieb, ein Hauch Vanille und zarte braune Gewürze, duftende Wildrose sowie in Salz eingelegte Kirsch- und Orangenblüten zusammen mit einem Hauch Menthol aus dem Glas. Nach einer Weile und mit etwas Luft kommen auch dunkel brummende Aromen von reifer Brombeere, erdigem Kalkstein und tiefe hefige Noten mit viel wunderbarer brauner Würze dazu. Der Mundeintritt ist berührend elegant – dieser Wein schreitet geradezu über die Zunge und zieht sein langes, seidiges Kleid in Form von ultrafreiner Perlage hinter sich her. Zart rauchige, dezent bittere getrocknete Kräuter auf reifer Erdbeere, Granatapfel, roter Johannisbeere, Hagebutte, cremigem Cashewnuss-Püree und würzigem Hefeteig; auch ein Hauch Campari Orange zeigt sich im langen, texturierten Nachhall, der von einer harmonisch frischen und bestens eingebundenen Säure getragen wird. Mmmh! Trinkanimierend und vollkommen eigenständig. Für mich sind die dezent bitteren Kräuteraromen in den Schaumweinen von Cesconi immer eine Ode an ihre italienische Herkunft. Sie machen die Weine eher herb als opulent fruchtig und zu harmonischen, gastronomischen Speisenbegleitern, die weitaus mehr können als »nur« Aperitivo. Diese mystische Dame ist jedenfalls eine wunderbare Entdeckung mit vielen Facetten!

Mein Winzer

Cesconi Società Agricola

Dieses bescheidene Familienweingut stellt unter dem Radar hoch individuelle Schaumweine der Trento DOC her, die so manchen berühmten Namen in den Schatten stellen.

Blauwal Rosé Extra Brut 2021