Lobenberg: Über 100 Jahre alte Reben, alles wurzelecht. Für Christopher sind die Prädikatsweine die größte Überraschung des Jahres. Diese Spannung zu erhalten, die pikante Frische – dass dies im fertig Wein so rauskommt war ja kaum zu erwarten. Die unteren Parzellen hier sind die Maximin Herrenberg-Teile aus denen die Top-Weine und das Unikat 1896 geerntet werden. Der obere Teil des Weinberges ist für das Kabinett reserviert. Die Trauben werden also alle an einem Tag gelesen, das ist keine Vorlese aus den anderen Parzellen, sondern das Kabinett bekommt einen ganz eigenen Weinberg hier. Die oberste, kühlste Lage am Waldrand, windig und frisch. Genauso wird dann auch der Wein. Straffe 2023er Frucht, Grapefruit, rotbeerig, ein bisschen Curry. Die Säure wird hintenraus wiederbar salzig und spült die leicht Fruchtsüße einfach weg. Süße ist hier zweitranging, das ist fast saarartig fein, verspielt und leicht. Das ist ein oldschool-Kabinett, klassische Mosel wie anno 1900. Ich finde das grandios, so mag ich Kabinett trinken. Das geht zum Apero, zum Essen und danach. Oder zum Frühstück, wie sie es hier an der Mosel machen. 93+/100