Auf dem Etikett dürfen die Parzellen, aus denen die Trauben des Matallana stammen, nach den offiziellen Appellations Regeln nicht genannt werden. Sturkopf Telmo Rodriguez schrieb sie dennoch aufs Etikett, nur um sie anschließend dick wieder durchzustreichen – daher kommen die schwarzen Balken über den elf Lagen El Bosque, La Guirueda, Cascajoroa, Carrahoyales, Los Grijos, La Requina, Herrera, Los Mochos, La Cal, Hoyo Lucas und La Pardilla. Telmo möchte diesen insgesamt 21,5 Hektar Rebfläche mit langer Weinbautradition alle Ehre erweisen. Die Lagen sind auf fünf Ortschaften verteilt, vom nördlichen Sotillo de la Ribera mit den kalkreichen Hanglagen bis zu den rötlichen Bergen von Pardilla im Süden sowie Roa, Fuentecén und Fuentemolinos unterscheiden sich alle Ortschaften bedeutend. Im Blend sind hauptsächlich Tempranillo (in Ribera del Duero wird er Tinto Fino genannt), im Blend mit den anderen Rebsorten der Region wie Navarro, Valenciano und Albillo. Nach der sorgfältigen Handlese spontan im Holz vergoren und anschließend 14 Monate lang in französischen Barriques ausgebaut. Mittleres, leuchtendes Violett. Schon die Nase dieses Matallana ist eine aromatische Explosion! Intensive reife Brombeeren, Boysenbeeren und Cassis mit würzigem grünem und schwarzem Tee, zarten Aromen von frischer marokkanischer Minze, Lavendel Bonbons, Himbeer Likör, Lakritz, Wacholderbeere, dunkler Schokolade, Teer und einem Hauch würzigem Kalkstein und Graphit. Diese herrliche Opulenz ist vielschichtig und zugleich aromatisch wunderbar verlockend. Ein verführerisches Spiel aus Saftigkeit und Würze. Nichts erinnert an einen süßen, schweren Ribera! Mit viel Luft kommen dann auch Amarenakirsche, reife Pflaume, süße Feige und tiefe, würzige schwarze Heilerde hinzu. Im Mund ist die Pflaume- Brombeer-Blaubeerkomponente des Weins intensiv und vibrierend klar. Ich bin begeistert von der Kombination aus Intensität und ehrlicher Geradlinigkeit. Wieder keinerlei Süße, sondern eher erdig und mineralisch. Lakritz, 100-prozentige Schokolade und würzige mediterrane Kräuter. Dieser Stoff ist verlässlich, hedonistisch und überwältigend lecker. Frisches Gesteinsmehl mit Graphit, pfeffriger Würze und Salzigkeit im Nachhall. Reife Schwarzkirsche, süße Maulbeere und dann sogar noch mit der Frische roter Johannisbeeren mit dieser ultimativen Frische im Nachhall. Für Ribera del Duero hat Matallana eine eigene Dimension in dieser wollüstigen, vollmundigen, erotisch duftenden und frischen Finesse. Gegensätze, die fast nicht vereinbar scheinen. Aber der Wein ist so super poliert. Diese geniale Frische kann fast nicht der Region Ribera del Duero zugeordnet werden. Oder doch? Dominio del Aguila und Pingus lassen grüßen! Ein intensiver, superfeiner Finesse-Blockbuster. Der Wein steht auf jeden Fall zusammen mit einigen anderen Erzeugnissen an der Spitze der Region, da ist der urwüchsige Naturfreak Dominio del Aguila und der modernere Pingus durchaus nicht so weit! Ein superbes, ultra komplexes und harmonisches Meisterwerk mit extrem zurückhaltendem, perfektem Holzeinsatz!