Da der Ertrag bei Bischel doch niedriger war als zunächst gedacht, ist die Reife galoppierend fortgeschritten nach dem warmen Sommer. In Bingen gab es noch dazu etwas Hagelschlag. Die Trauben haben zwischen 12.5% und 13% vol. natürlichen Alkohol erreicht, also schon ziemlich satt. Während 2024 um jedes Grad Oechsle gekämpft werden musste, sind die 2025er also vollreif und intensiv. Sie sind etwas exotischer und deutlich aromatischer als 2024 mit cremiger Geschmeidigkeit, die etwas an Wachauer Riesling denken lässt. Ein köstlich intensives Jahr. ,Dieser Riesling ist ein Binger Ortswein aus Ersten Lagen. Bingen liegt im nördlichen Rheinhessen mit Quarzitschiefer. Der Ortswein 1G stammt zu 100 Prozent aus dem Grand Cru Binger Scharlachberg. Bingen liegt zwar weit nördlich, ist aber der Scharlachberg ist eben ein Steilhang und sehr gut exponiert. Wird früher reif als in Appenheim, die Lese ist locker eine Woche früher und die Mostgewichte sind höher. Der Binger 1G kommt mit dichter, gelber Frucht aus dem Glas, die eine hohe Spannung behält. Wir gehen tief in die Grapefruit, Umamiwürze, Nektarine, die Säurespur ist nicht extrem hoch, zieht den Wein aber fein nach hinten raus. Ein wunderbar cremiger, dichter und satter Riesling aus Bingen, der trotz hoher Reife seine salzige Eleganz bewahrt. Knackig trocken, griffig, ein Rheinhesse wie aus dem Bilderbuch, aber eben mit dem Schub des Jahres 2025.