Die Parzelle wurde 1998 von Bernhard Huber angelegt. In der Lage »Alte Burg« in Köndringen, zwei Kilometer südlich von Malterdingen, pflanzte er damals erstmals burgundische Selektionen von Chardonnay- und Spätburgunderreben. Ein nach Südosten orientierter, ausgesprochen windoffener Weinberg, der von hellgelben Muschelkalkadern durchzogen ist. Durch den ständigen Wind bleiben die Beeren hier besonders klein und dickschalig, entsprechend intensiv ist die Frucht und markant die natürliche Gerbstoffstruktur. Die Alte Burg zeigt sich deshalb traditionell etwas wilder, würziger und kerniger als die anderen großen Pinots von Julian Huber. 2024 ist das allerdings wunderbar gezähmt, ohne dass der Wein auch nur einen Hauch seiner charakteristischen Energie verliert. Der kühle, weinbaulich enorm anspruchsvolle Jahrgang brachte nach rigoroser Selektion extrem geringe Erträge, dafür aber eine beeindruckende Konzentration und aromatische Tiefe. Bei der Vinifikation geht Julian mittlerweile noch behutsamer vor. Sämtliche Trauben werden vollständig entrappt, die Maische maximal dreimal untergestoßen und auf Neuholz wird bei den Rotweinen inzwischen gänzlich verzichtet. Gerade der ohnehin gerbstoffreiche Alte Burg profitiert ungemein von dieser sanften Herangehensweise. Die Nase ist herrlich intensiv, dabei aber ungemein fein und präzise. Dunkle Sauerkirsche, reife Himbeere und saftige Waldbeeren, dazu ein Hauch Schlehe, etwas Orangenzeste und die unverkennbare, pikante Kräuterwürze. Blühender Rosmarin, ein wenig Wacholder, getrockneter Thymian und feine, dunkle Gewürznoten. Dahinter schimmert immer wieder diese kühle, kreidige Muschelkalkmineralität durch. Weniger dunkel und opulent als im Vorjahr, dafür rotfruchtiger, geschliffener und in seiner Aromatik noch etwas subtiler. Am Gaumen dann eine fantastische Kombination aus Konzentration und Finesse! Die kleinen, dickschaligen Beeren verleihen dem Wein einen bemerkenswert dichten Fruchtkern und eine wunderbar griffige, aber zugleich hochfeine Gerbstoffstruktur. Saftige Kirsche, herbe Waldhimbeere und ein Hauch dunkle Schokolade, unterlegt von einer vibrierenden Frische und dieser herrlich pikanten, fast pfeffrigen Würze. Das ist samtig und seidig zugleich, druckvoll, aber niemals schwer. Die Gerbstoffe sind präsent, dabei deutlich feiner geschliffen und weniger wild als in manch früherem Jahrgang. Dazu kommt eine salzige, kalkige Spannung, die den Wein immer weiter über den Gaumen zieht und im langen, würzigen Finale nochmals richtig zupackt. 2024 zeigt die Alte Burg ihre ganze Klasse: enorme innere Dichte, faszinierende Frische und eine für diese Lage geradezu verblüffende Eleganz. Ein charaktervoller, hochfeiner Pinot mit ordentlich Grip und dieser unverwechselbaren Huber-Energie. Richtig stark!