Der Bienenberg gehört seit Jahren zu den absoluten Aushängeschildern von Julian Huber und profitiert enorm von seiner immer kompromissloseren Selektion. Gerade hier wird mittlerweile extrem streng ausgewählt, immer mehr Material abgestuft, nur die besten Partien schaffen es letztlich in die GG-Füllung. 2024 war weinbaulich ein enorm anspruchsvolles Jahr, das durch die rigorose Selektion und die entsprechend winzigen Erträge aber eine bemerkenswerte Konzentration hervorgebracht hat. Bei den Rotweinen hat Julian seine ohnehin schon sehr behutsame Vinifikation nochmals verfeinert. Sämtliche Trauben wurden vollständig entrappt, auf Neuholz wird inzwischen komplett verzichtet und auch die Extraktion erfolgt so zurückhaltend wie möglich. Gerade einmal maximal dreimal wird die Maische untergestoßen. Hier geht es nicht um maximale Kraft, sondern um die pure, unverfälschte Finesse der Frucht und des Terroirs. Und das steht dem Bienenberg 2024 einfach fantastisch! Die Nase ist wunderbar fein und duftig, deutlich auf der rotfruchtigen Seite. Saftige rote Kirsche, frische Himbeere und eine ungemein zarte, fast schwebende Waldbeerfrucht, dazu ein Hauch Walderdbeere, etwas Veilchen, feine Kräuterwürze und diese unverkennbare, kühle Gesteinsnote. Alles wirkt unglaublich geschliffen, puristisch und von einer fast schwerelosen Eleganz. Keine laute Frucht, keine vordergründige Holzwürze, sondern ein hochfeines, vielschichtiges Aromenspiel mit faszinierender Tiefe. Im Mund dann eine geradezu sensationelle Präzision! Die rote Beerenfrucht zieht sich glasklar über die Zunge, unterlegt von einer vibrierenden, wunderbar reifen Säure und feinsten, seidigen Gerbstoffen. Die extrem zurückhaltende Extraktion zahlt sich voll aus: Nichts wirkt aufgesetzt oder überladen, dennoch hat der Wein einen erstaunlichen inneren Druck und eine enorme Konzentration. Süße Walderdbeere, salzige Himbeere und ein Hauch Sauerkirsche, dazu diese kühle, steinige Mineralität, die dem Wein immer mehr Zug verleiht. Der Bienenberg schwebt förmlich über den Gaumen, bleibt dabei aber unglaublich präsent und tief. Auch die extrem hohe Pflanzdichte von teils 10.000 bis 14.000 Reben pro Hektar trägt zu dieser Konzentration bei. Julian geht hier stellenweise sogar noch weiter und nähert sich mit Neupflanzungen den 20.000 Stöcken pro Hektar an, um die Erträge pro Rebe noch weiter zu reduzieren. Burgundische Verhältnisse in ihrer extremsten Form! 2024 zeigt der Bienenberg eindrucksvoll, wie viel Ausdruck und Intensität sich auch ganz ohne Neuholz und forcierte Extraktion erreichen lassen. Ein unglaublich feiner, rotfruchtiger, fast tänzelnder Pinot mit grandioser Länge, salziger Spannung und einer Finesse, die ihresgleichen sucht. Was für ein schwebendes Wunderwerk!