Dieser Wein hieß vorher Blaufränkisch Rothe Bach, darf aber jetzt nicht mehr so heißen und firmiert seit diesem Jahrgang unter dem Namen »P« für Pettenthal, wo er wächst. Also die warm exponierte Steillage auf Rotliegendem direkt am Rhein. Einer der besten Weinberge Deutschlands und in Sachen Reife sehr geeignet, um kühle Blaufränkische zu ernten. Und im Grunde ist diese Bezeichnung sowieso viel passender, denn das Kernstück dieses Weines war schon immer in der Lage Pettenthal gepflanzt. Diese Reben hier haben auch ein höheres Alter. Entstanden bei einer Umpfropf-Aktion von 1978 gepflanzten Rieslingstöcken. Das heißt, wir haben hier faktisch über 40 Jahre alte Reben. Die Trauben werden komplett entrappt und auch vollständig ohne Stängel vergoren. Der Ausbau erfolgt in gebrauchten Barriques und gebrauchten und neuen Tonneaux. Seit 2018 wird nur noch Holz von Darnajou verwendet, eine Edel-Tonnellerie in Lalande-de-Pomerol, Bordeaux. Zudem ist der Weinbau bei Sankt Antony mittlerweile biodynamisch, Demeter-zertifiziert. Der Wein ist irgendwie Burgenland und doch wieder nicht. Das, was in Österreich Blaufränkisch heißt, ist in Deutschland zumeist als Lemberger bekannt. Dieser fällt aber in der Regel viel leichter und nicht so intensiv aus. Das hier ist echter Blaufränkisch, aber dann doch eben Rheinhessen. Der 2023er ist zart-reduktiv, zeigt viel kühle Würze von Brombeerstrauch, Cassis und rotem Pfeffer, auch warmer Sandstein. Kühler, seidiger Antrunk mit perfekten, zarten Tanninen. Weniger wuchtig als ein Burgenländer, eben nordischer. Wahnsinnig feinsinnig, nicht eine Spur von Fett. Pure Feinheit. Assoziationen an Cool-Climate Burgenland erklären sich von selbst. Tolle Säurespur, die den Wein fliegen lässt. 2023 hat einen fantastischen Trinkfluss! All Eyes on Blaufränkisch aus Rheinhessen – St. Antony zeigt, was hier geht.