Der Brudersberg liegt ebenfalls am Roten Hang, südexponiert, eine Steillagenparzelle am Pettenthal, sehr karg und vielleicht der heißeste Teil am Pettenthal überhaupt. Keine Maischestandzeit, aber langsam über 8 bis 10 Stunden oxidativ gepresst und dann 100 Prozent spontanvergoren. Es wurde hier nur sehr wenig Schwefel während dem Ausbau eingesetzt und wie das Pettenthal sieht auch der Brudersberg kein Holz, 100% im Edelstahl ausgebaut. Die beste Partie wurde dann mit der Feinhefe bei der Füllung des GGs abgezogen in ein Stückfass, das nochmal bis Anfang 2024 weitergereift ist. Wie bei Tondonia in der Rioja und Nikolaihof aus der Wachau gehen wir mit dieser Fass-Reserve nicht zu größerer Power, sondern zu mehr Ruhe und Eleganz, zur geschliffenen Finesse. Gleichzeitig haben wir natürlich mehr innere Dichte. Im Vergleich zum exotischeren Brudersberg GG ist die Reserve etwas gesetzter in der Frucht, da sind wir mehr auf Nektarine mit etwas gewachster Zitronenschale. Wunderschön verwoben, große Harmonie, auch hier wieder diese reife gelbe Frucht mit den rötlichen Einschüben, Orangenzeste, Blutorange, etwas erdig, Ingwer-würzig, feiner Gerbstoffgripp. Das ist der Rote Hang in einer Auslegung wie man sie sonst nur vom Rothenberg Wurzelecht kennt, der auch diese Erhabenheit und große Ruhe hat. Mit viel Luft ist diese Brudersberg Reserve schon antrinkbar, aber das ist ein Wein für Jahrzehnte.