Eine TBA aus dem Turmberg gibt es nicht jedes Jahr, tatsächlich sogar relativ selten. Dabei sind die Süßweine aus diesem Weinberg überragend, aber es gibt nicht in jedem Jahr genug Botrytis und Mostgewicht, um dieses Elixier aus der kühleren Lage zu ernten. Der Jahrgang 2025 hatte keine Extrem-Temperaturen wie manch anderer zuvor, aber eine in Summe relativ hohe Grundtemperatur und zugleich ausreichend Niederschlag, der vor allem zur Lesezeit nochmal zugenommen hat. Dann musste alles schnell gehen, Weils haben mit entsprechend hoher Schlagkraft gearbeitet. Die Hauptlese im Riesling hat gerade einmal 12 Tage gedauert, das ist schon irre bei dieser Betriebsgröße. Das Ergebnis ist am Ende eine hohe Stoffigkeit aus satten Extrakten und hoher Reife bei zugleich berauschenden Säurewerten. In der Nase Darjeeling Tee, Kamille, Ringelblume, englische Bitterorangenkonfitüre, kandierte Quitte, Grapefruit und Netzmelone. Vibrierende Frische im Mund, die dem Wein solch einen feinen Auftrieb verleiht, ihn bei aller Dichte auch schweben lässt. Kumquat, Bitterorange, Grapefruit, salzig, elektrisierend, spannungsgeladen und auf der Zunge pulsierend. Sehr beeindruckend und fast überwältigend. Weils Süßweine haben immer auch Power und fulminante Konzentration, aber eben auch unglaublich viel Genussfaktor. Das ist schon ziemlich genialer Stoff.