La Petite Grange ist eine herrlich eigenwillige Walliser Cuvée aus den speziellen Schweizer Rebsorten Gamaret, Galotta und Diolinoir, 2024 ergänzt um Syrah und etwas Merlot. Die Trauben stammen aus verschiedenen Weinbergen auf Kalk und Granit, danach geht es für 16 Monate ins Fass. Schon die Assemblage sagt eigentlich alles: Das hier will kein international glattgebügelter Rotwein sein, sondern ziemlich unverkennbar Wallis und vor allem ziemlich unverkennbar Chappaz. Die Nase ist dunkel und saftig, gleichzeitig aber wunderbar kühl gezogen. Schwarzkirsche und Brombeere, etwas Cassis und dunkle Pflaume, darüber liegt zunächst eine feine rauchige Reduktion. Dann kommen schwarzer Pfeffer, etwas Wacholder, getrocknete Kräuter und ein Hauch Tabak dazu. Auch ein bisschen Lakritz und dunkle Erde, fast etwas Trüffeliges schwingt mit. Die Syrah setzt einen leicht fleischigen, würzigen Akzent, ohne die Cuvée aromatisch zu dominieren. Das Ganze hat durchaus Reife und Tiefe, aber eben überhaupt keine Wärme oder Schwere – immer wieder blitzt diese kühle, steinige Walliser Frische durch. Im Mund dann richtig schön saftig. Schwarzkirsche, Brombeere und etwas Sauerkirsche laufen über eine erstaunlich frische Säure, dazu kommt feines, leicht pudriges Tannin. Das hat Grip, aber keinerlei Härte. Kein aufgepumpter Extrakt, kein süßes Holz, sondern pure Frucht, Würze und Gestein. Im Mittelteil etwas runder und geschmeidiger, dann zieht der Wein zum Finale wieder an. Pfeffer, dunkle Kräuter, Sauerkirsche und eine leicht herbe, fast salzige Mineralität bleiben lange stehen. La Petite Grange hat genug dunkle Frucht und Substanz für ein ordentliches Stück Fleisch vom Grill, trinkt sich aber mit einer Leichtigkeit, die man bei dieser Farbe zunächst kaum erwartet. Saftig, würzig, ein bisschen wild und dabei erstaunlich fein. Kein Wein, der lange erklären möchte, wie ernst er genommen werden soll, sondern einfach direkt überzeugt!