Die Trauben stammen überwiegend aus jüngeren Rebanlagen in Wurmberg und Hambach, werden aber durch ältere Parzellen mit bis zu 40 Jahre alten Reben ergänzt. Bei Lassak ist selbst der Gutswein nie einfach nur Einstieg. Dafür wird in den steilen Muschelkalklagen rund um Hessigheim viel zu akribisch gearbeitet. 2024 war zudem ein Jahrgang mit kleinen Erträgen und viel Spannung. Gerade solche Jahre liegen den Lassaks. Die Trauben werden leicht mit den Füßen angetreten und anschließend über viele Stunden auf der Korbpresse abgepresst. Vergoren wird trüb im gebrauchten Holz, danach bleibt der Wein bis ins Frühjahr 2026 auf der Vollhefe. Die Nase startet kühl und zurückhaltend mit feiner Reduktion, Kalkstaub und nassem Stein. Dahinter folgen Mirabelle, gelber Apfel, etwas Quittenschale, Orangenblüte und herbe Grapefruitzeste. Feine Kräuternoten verleihen zusätzliche Frische. Das ist definitiv kein gewöhnlicher Gutsriesling, dafür haben wir hier schon zu viel Tiefe. Am Gaumen dann wunderbar saftig und animierend. Gelber Apfel, etwas Kumquat und eine feine kalkige Salzigkeit treffen auf griffige Gerbstoffe und eine lebendige Säure. Die kleinen Erträge des Jahrgangs sorgen für zusätzliche Konzentration, ohne dass der Wein jemals an Leichtigkeit verliert. Ein eigenständiger, charaktervoller Riesling mit erstaunlich viel Tiefe für seine Kategorie. Bei Lassak gibt es eben nichts von der Stange.