Der Weißburgunder von Immich wächst im Langsurer Brüderberg, am Flüsschen Sauer, was die Grenze zu Luxemburg ist. Es ist eine terrassierte, nicht flurbereinigte Steillage zur Moselseite hin, purer Muschelkalkboden, kein Schiefer. Perfekt für Burgundersorten. Kurze Maischestandzeiten von ein paar Stunden, dann ziemlich cloudy von der Presse direkt in die Fässer und 100 Prozent spontan vergoren. Ausbau in einem 500 Liter Fass, mehr gibt es nicht. Bis August des Folgejahres bleiben die Weine auf der vollen Hefe liegen. Erst zur Abfüllung bekommen die Weine das erste Mal Schwefelzusatz, solange können sie sich frei entfalten. Der 2022er erscheint 2026 erstmalig auf dem Markt, nur in kleinster Auflage erzeugt. Und es ist einer der spannendsten Weißburgunder der Mosel. Er zeigt nur wenig Frucht und auch wenig Blütenduftigkeit. Nein, wir haben einen Mineralausdruck, der sehr viel eher an Riesling erinnert als an Weißburgunder. Steinsalz, Graphit und grüne Birne, ein Touch Mirabelle, aber alles nur in Nuancen. Unglaublich dichter, kraftvoller Mund, der locker neben einem großen Menü stehen kann. Lang anhaltend, würzig, tief. Sehr beeindruckend und ein sehr eigener Typ vom raren Kalksteingebiet der Mosel.