FX Pichler: Pinot Noir 2022

FX Pichler: Pinot Noir 2022

Limitiert

Zum Winzer

Pinot Noir
rot, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2047
seidig & aromatisch
pikant & würzig
Lobenberg: 96–97/100
Falstaff: 94/100
Galloni: 94/100
Österreich, Wachau
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Pinot Noir 2022

96–97
/100

Rotwein aus der Wachau?! Vor zehn Jahren hätte man das vermutlich noch belächelt. Heute steht man vor diesem Glas und fragt sich eher: Warum nicht schon früher? Lucas Pichler und seine Frau Johanna trinken privat leidenschaftlich gerne Pinot Noir und wollten wissen, ob sich auf den steilen Terrassenlagen der Wachau ein wirklich großer Pinot erzeugen lässt. Die Antwort steht hier im Glas und fällt erstaunlich überzeugend aus! Der Wein stammt von gerade einmal 0,55 Hektar, verteilt auf mehrere Parzellen rund um Dürnstein, Loiben und Weißenkirchen. Den wichtigsten Anteil liefert dabei der Liebenberg, ergänzt durch kleine Flächen in den Rieden Rothenhof, Burgstall, Mühlpoint und Seiberberg. Teilweise wurden bestehende Veltliner-Anlagen auf Pinot Noir umveredelt, teilweise neue, kleinbeerige Burgunderklone gepflanzt. Besonders spannend ist dabei das Terroir. Kalkhaltige Böden mit Schiefer- und Gneisanteilen treffen hier auf das einzigartige Spannungsfeld der Wachau. Kühle Luftströme aus den Waldzonen und dem westlichen Donautal stehen permanent im Austausch mit den warmen pannonischen Einflüssen aus dem Osten. Genau diese Mischung aus Frische, Reife und Luftbewegung scheint für Pinot Noir nahezu ideal zu sein. Kaltmazeration, spontane Vergärung, Pigeage statt Remontage und anschließend zwei Jahre Ausbau in burgundischen Barriques. Nur knapp 2000 Flaschen. Das Erstlingswerk aus 2022 wirkt heute erstaunlich offen und harmonisch. Feine rote Kirsche, etwas Hagebutte und getrocknete Blüten schweben über dem Glas. Dahinter sofort Würze, Kalk und Stein. Überhaupt definiert sich dieser Wein viel stärker über Struktur als über Frucht. Das macht ihn so spannend! Er besitzt diese salzige, leicht kühle Spannung, die man immer wieder bei großen Wachauer Weinen findet, nur eben in Pinot-Form. Am Gaumen saftig und unglaublich animierend. Feines Tannin, viel Zug und eine fast schwebende Leichtigkeit. Der kalkige Untergrund sorgt für Präzision und Frische, während die pannonische Wärme für die nötige Reife im Kern verantwortlich ist. Irgendwo zwischen Deutschland und Burgund, aber eigentlich weder noch. Vielleicht ist das tatsächlich einfach Wachauer Pinot Noir. Falls ja, dann darf man sich auf die kommenden Jahre freuen. Ein starkes Debüt!

94
/100

Falstaff über: Pinot Noir

Kräftiges Karmingranat, Orangetouch, breitere Ockerrandaufhellung. Feine Kirschenfrucht, etwas Nougat und Vanille, einladendes Bukett, rotbeerig-floraler Touch. Saftig, elegant, reife Kirschen, feiner Karamelltouch, mineralisch, rotbeeriger Nachhall, sehr gute Balance, kalkig-salzig im Abgang, bereits harmonisch, pikanter Nachhall, gute Länge, leichtfüßig, delikater Stil, bereits gut antrinkbar, zeigt Länge und Potenzial.

94
/100

Galloni über: Pinot Noir

The 2022 Pinot Noir Wachauer was bottled in March 2025. The ferment contained a third whole bunches. It spent 14 months in a new Burgundian pièce because Pichler did not want to buy used barrels from elsewhere. He then transferred the wine to 500-liter barrels he had previously used for white wine. Subtle smoke surrounds beautifully tart berry fruit on a translucent body, followed by a coniferous forest note. The palate is slender and savory, with a mere edge of licorice, then delves into forest floor, crushed dried raspberry leaf and cranberry. This is tender, structured, unforced and simply gorgeous, with inherent Pinot-ness and wonderful crunch, reminiscent of starched chiffon. Freshness pervades it all and carries through the impressive length.

Mein Winzer

FX Pichler

Franz Xaver Pichlers Weingut ist so etwas wie ein österreichisches Nationalheiligtum. Alle lieben FX Pichler – und der hat sich, ob der vielen Freunde des Erfolges, eine etwas unwirsche Schale zugelegt und konzentriert sich nur auf das Wesentliche – das Weinmachen.

Pinot Noir 2022