Ferraton Pere et Fils: Hermitage blanc Les Miaux 2025

Ferraton Pere et Fils: Hermitage blanc Les Miaux 2025

BIO

Zum Winzer

Marsanne 100%
weiß, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2028–2045
voll & rund
mineralisch
fruchtbetont
Lobenberg: 95–97/100
Frankreich, Rhone, Nordrhone
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Hermitage blanc Les Miaux 2025

95–97
/100

Es gibt insgesamt nur einen halben Hektar von diesem Lieu-dit Les Miaux. Biodynamische Bearbeitung. Der Wein besteht zu 100 Prozent aus Marsanne. Die Trauben werden im Weingut direkt abgepresst und zu 100 Prozent in gebrauchten Demi-muids mit 600 Litern Fassungsvermögen vergoren und ausgebaut. Im Grunde ist das ein Turbolader des Crozes-Ermitage Le Grand Courtil. Damien hat bereits Anfang August festgestellt, dass die Reife noch schneller voranschreitet als gedacht. Am Ende war 2025 fast so frühreifend wie 2003. Die Lese begann in Les Oliviers Blanc bereits am 19. August und die weißen wurden in den anschließenden Wochen durchgehend gelesen. Die Roten hat Damien noch etwas hängen lassen, um die einsetzenden Regenfälle Anfang September abzuwarten. Alles was vor dem Regen gelesen wurde, ist hyperkonzentriert und sehr fest gebaut, nach dem Regen gelesen waren die Trauben etwas eleganter, es gab mehr Saftausbeute, die Tannine sind etwas zarter ausgefallen. Es ist Damien Brissets 21er Jahrgang bei Ferraton, die Domaine kann von seiner riesigen Erfahrung profitieren, genau den richtigen Lesezeitpunkt in jeder Parzelle zu treffen. Und in den letzten Jahren wird er immer präziser. Er hat sein Team auf immer schnellere und fokussiertere Lesegänge eingestellt, teilweise wird 3 mal in derselben Parzelle gelesen, zu unterschiedlichen Zeitpunkten, um noch mehr Komplexität zu erreichen. Das ist der Schlüssel wie man diese modernen Jahrgänge mit wirklicher Größe in den Keller bringt. Da trennt sich die Spreu vom Weizen. Nichtsdestotrotz reiht sich 2025 in die Reihe der heißen Blockbuster wie 2022, 2023, 2019 etc. ein. Es ist ein enorm konzentrierter, reicher Jahrgang, dem Damien Brisset eine erstaunliche Eleganz entlockt hat. Der Fruchtschub ist immens, so dicht, dass sich die Zunge rollt. Wir haben Mirabelle, Plattpfirsich, Anis und Fenchelsaat, gerösteter Sesam, auch confierte Zitrone. Die große Stärke von 2025 ist die Komplexität, wir sind nicht so monolithisch wie in den kühleren Jahren wie 2024, 2021, die zwar mehr aufregende Frische mitbringen, aber eben nicht diese aromatische Breite erreichen. 2024 hatte mehr Länge, dafür hat 2025 mehr Breite. Ein vertikaler und ein horizontaler Jahrgang. Was man lieber mag ist reine Geschmacksache. *** Die Methode Ferraton folgt im Grunde immer einem ähnlichen Schema: Biodynamie in den Weinbergen mit sehr viel Handarbeit aufgrund des hohen Anteils an Steillagen. Für die Signature-Linie werden gekonnte Assemblages von den besten Parzellen zusammengeführt. Meist werden gewisse Anteile an Ganztrauben mitvergoren, wenn es die Lagen und der Jahrgang zulassen, so wie es passt. Die Signature-Linie steht für das Savoire-Faire des Hauses. Bei der Parcellaire-Linie hingegen werden nur Einzellagen abgefüllt, sowie alles vor der Gärung komplett entrappt, weil Winemaker Damien Brisset keinerlei Einfluss nehmen möchte, nur das Terroir soll sich unverändert ausdrücken. Vergoren wird spontan im Beton. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Der Ausbau geschieht in Barriques und Demi-muids, sowie Stückfässern. Die Neuholzanteile sind stets gering, seit 2025 nur noch unter 10 Prozent.

Mein Winzer

Ferraton Père et Fils

Samuel Ferraton, Vertreter der vierten Generation im Weingut, gab 1998 dem Haus einen neuen Impuls durch eine finanzielle Partnerschaft mit dem Haus Chapoutier bei gleichzeitiger Wahrung der qualitativen Unabhängigkeit.

Hermitage blanc Les Miaux 2025