Dorli Muhr: Ried Spitzerberg - Obere Spitzer ÖTW Erste Lage 2023

Dorli Muhr: Ried Spitzerberg - Obere Spitzer ÖTW Erste Lage 2023

Zum Winzer

Blaufränkisch 100%
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2028–2051
seidig & aromatisch
strukturiert
Lobenberg: 100/100
Gault Millau: 100/100
Österreich, Carnuntum
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Ried Spitzerberg - Obere Spitzer ÖTW Erste Lage 2023

100
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Der Obere Spitzer von Dorli Muhr ist nicht einfach ein Blaufränkisch, sondern vielmehr ein stiller Beweis dafür, dass diese Rebsorte auf großem Kalksteinboden mit kühlem Mikroklima Weine von absoluter Weltklasse hervorbringen kann. Ein Grand Cru in allen Belangen! 2023 bringt dafür genau die richtige Mischung aus reifer Frucht, kühler Spannung und dieser messerscharfen Kalksteinenergie mit. Viel Druck, enorme Tiefe und trotzdem wirkt alles beinahe schwerelos. Wenn man ihn blind ins Glas bekommt, wandert der Kopf sofort ins Burgund, vielleicht nach Chambolle oder Nuits, dorthin, wo feine Pinot-Noir-Typizität auf kalkgeprägte Tiefe trifft. Schon die Nase ist schlicht großartig durch ihre Feinheit, aber eben nicht überwältigend. Kein Holzgeprotze, keine Überreife, sondern Transparenz, Komplexität und Reduktion auf das Wesentliche. Himbeere und Walderdbeere stehen ganz vorne, dann changiert die Frucht permanent zwischen Sauerkirsche und dunkler, süßer Kirsche. Dazu Hagebutte, etwas rote Johannisbeere und ein Hauch Schlehe. Darüber schweben Veilchen, getrocknete Rose und Lavendel. Im Hintergrund schwarzer Tee, feine Kräuter, Graphit und immer wieder dieser kühle, fast staubige Kalkstein. Alles wirkt glasklar, fein verwoben und gleichzeitig enorm tief. Am Gaumen dann die pure Präzision. Die Frucht läuft wieder im Wechsel zwischen hell und dunkel: Walderdbeere, Himbeere, Sauerkirsche, dann plötzlich reife Süßkirsche und wieder zurück in die kühle rote Frucht. Dazu Blutorange und etwas Hagebutte. Das hat Saft, aber nie Süße. Die Frucht wird sofort von dieser salzig-kalkigen Spannung eingefangen und nach hinten gezogen. Und genau hier wird der Wein richtig groß. Enormer Druck, aber ohne Gewicht. Tiefe ohne Schwere. Die Säure ist messerscharf, aber perfekt integriert, das Tannin ultrafein und seidig, fast wie poliert. Kalkstein, Salz und rote Frucht bauen immer mehr Spannung auf, der Wein wird enger, länger, präziser. Nichts wird breit, nichts fällt auseinander. Die Mineralität wirkt dabei fast elektrisierend und zieht sich durch den gesamten Wein. Kühle Kalksteinenergie, vibrierende Frische, feiner Druck und diese fast schwerelose Tiefe – das ist schon ziemlich sensationell. Das Finale scheint überhaupt nicht aufzuhören: Waldbeere und Kirsche, Salz, kühler Stein und dieses endlos feine Tannin laufen minutenlang weiter. Es gibt nur sehr wenige Blaufränkisch, die solche Finesse, Länge und innere Spannung erreichen. Und noch weniger, die dabei so selbstverständlich wirken. Kein Lärm, keine Attitüde, einfach nur Essenz. Für mich auf einem Level mit großen Burgundern – nicht im Sinne von Nachahmung, sondern in seiner ganz eigenen, kargen und noblen Sprache. 2023 ist hier absolute Präzision: enormer Druck, irre Tiefe, unfassbare Eleganz und trotzdem fast schwerelos. Absolut eindeutig einer der ganz großen Rotweine Mitteleuropas.

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Gault Millau über: Ried Spitzerberg - Obere Spitzer ÖTW Erste Lage

Weingut des Jahres 2027 / 5 von 5 Trauben im Gault&Millau Weinguide 2027

Mein Winzer

Dorli Muhr

Wer bei Blaufränkisch nur das Burgenland im Kopf hat, der hatte wahrscheinlich noch nie einen Spitzerberg von Dorli Muhr im Glas. Konzentriert, aber dabei stets unglaublich elegant, verspielt und tief mineralisch – das zeichnet Dorlis große Terroirweine aus dem Carnuntum aus.

Ried Spitzerberg - Obere Spitzer ÖTW Erste Lage 2023