Dorli Muhr: Ried Spitzerberg - Obere Roterd ÖTW Erste Lage 2023

Dorli Muhr: Ried Spitzerberg - Obere Roterd ÖTW Erste Lage 2023

BIO

Zum Winzer

Blaufränkisch 100%
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2028–2048
strukturiert
seidig & aromatisch
Lobenberg: 98–100/100
Gault Millau: 99/100
Österreich, Carnuntum
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Ried Spitzerberg - Obere Roterd ÖTW Erste Lage 2023

98–100
/100

Seit dem Jahrgang 2019 füllt Dorli Muhr nicht mehr nur einen einzigen Blaufränkisch aus der Ried Spitzerberg, sondern einzelne Parzellen. Die Lage Obere Roterd ist dabei ganz klar Dorlis ganzer Stolz. Dieser Blaufränkisch ist immer ultrafein, seidig und hat doch gleichzeitig eine engmaschige, feste Struktur. Hier wandert ihr ganzes Herzblut rein, was sicher auch einen starken persönlichen Hintergrund hat, denn hierbei handelt es sich um die ursprüngliche Parzelle des Weinguts, welche damals von ihrer Oma bewirtschaftet wurde. In den letzten Jahren hat sie hier nochmal sehr viel investiert, um Nachbarparzellen gekämpft und somit dafür gesorgt, dass der alte Rebbestand hier bestehen bleibt. Zwischen 1965 und 2004 gepflanzte Reben auf kargen Kalkböden. Schmale Terrassen, oben am Waldrand des Spitzerbergs auf über 200 Metern Höhe. 2023 spielt dieser Lage perfekt in die Karten: sonnige Tage brachten reife, klare Frucht, die kühlen Nächte hielten Säure, Frische und enorme Feinheit hoch. Viel Spannung, viel Präzision, aber nie Schwere. Wie alle Weine sehr sanft extrahiert und schonend gepresst, dann im großen, gebrauchten Holz für etwa 20 Monate ausgebaut. Unfiltriert abgefüllt. Schon die Nase ist einfach reinstes Burgund. Helle und dunkle Frucht changieren permanent miteinander. Sauerkirsche, Himbeere und rote Johannisbeere treffen auf Schwarzkirsche und einen Hauch Brombeere. Dazu ätherisch akzentuierte Schale von Blutorange. Zerstoßener Kalkstein, dann Lakritze, Sandelholz und Zimt. Schwarzer Pfeffer, ein leichter Touch dunkle Erde. Alles glasklar, kühl, fein verwoben und mit enormem Zug. Am Gaumen mit genialer Präzision und wieder diesem ständigen Wechselspiel aus heller und dunkler Frucht. Saftige rote Kirsche, Himbeere und Hagebutte, dann wieder dunklere Kirschfrucht und etwas Cassis. Salzige Himbeere und Kalkstein, etwas zitrische Säure blitzt auch auf. Vibrierend, zupackend, aber gleichzeitig fast schwerelos. Immer hin und her changierend zwischen saftiger Frucht und druckvoller, mineralischer Textur. Alles wird untermalt von kühler Kräutrigkeit, dazu kommen wieder Lakritze und etwas herber Kakao. Gestützt von ultrafeinem, seidig langgezogenem Tannin. Die Säure schlägt im langen Nachhall in feine Cremigkeit um und zieht diesen großen Blaufränkisch noch einmal richtig in die Länge. Das ist 2023 in Reinform: enorme Länge, irre Finesse, ganz viel Eleganz und diese burgundische Transparenz, die den Spitzerberg in großen Jahren so besonders macht. Sensationeller Top-Stoff auf Grand-Cru-Niveau.

99
/100

Gault Millau über: Ried Spitzerberg - Obere Roterd ÖTW Erste Lage

Weingut des Jahres 2027 / 5 von 5 Trauben im Gault&Millau Weinguide 2027

Mein Winzer

Dorli Muhr

Wer bei Blaufränkisch nur das Burgenland im Kopf hat, der hatte wahrscheinlich noch nie einen Spitzerberg von Dorli Muhr im Glas. Konzentriert, aber dabei stets unglaublich elegant, verspielt und tief mineralisch – das zeichnet Dorlis große Terroirweine aus dem Carnuntum aus.

Ried Spitzerberg - Obere Roterd ÖTW Erste Lage 2023