Eine reinsortige Grenache, Pflanzjahr 1924, die ältesten Reben des Weinguts, somit feiert der Wein mit Jahrgang 2024 nun den 100 jährigen Geburtstag der Reben! Die Reben stehen auf blauem Lehm, wie in Pomerol oder im Piemont. Vergärung und Ausbau für ein knappes Jahr im Betontank, null Holzkontakt. Immer komplett entrappt. Die Domaine ist langjähriger Partner vom 2021 leider viel zu jung verstorbenen Star-Önologen der Rhône Philippe Cambie mit dem Calendal, der schon immer hier ausgebaut wurde. Zugleich war Cambie hier lange Berater, hat den Stil maßgeblich mitgeprägt, etwa das komplett entrappen für die Klarheit der Frucht. Das Besondere bei Escaravaille sind die Hochlagen, alle Weinberge liegen auf 250 bis 350 Metern. Hier ist es immer kühler, windiger, die Weine haben alle einen eleganten, frischen Touch, selbst in reifen Jahren. Ganz ähnlich wie Gigondas. Allerdings ist Rasteau schon wuchtiger als Cairanne, wo Escaravaille zu Hause ist. Der Rasteau hat im Gegensatz zum La Boutine auf Sandböden, was ja stets der elegantere Ausdruck ist, deutlich mehr Druck, Intensität, es schiebt und spannt. Die Nase ist ein provencalischer Stoff wie er verführerischer nicht sein könnte, Grenache in Reinform. Wir liegen in 2024 bei einer etwas frischeren, strafferen Auslegung. Nicht so warmfruchtig und reich wie 2023, etwas feiner bleibend. Die 2024er haben alle eine intensive Würze, was ihnen einen leicht orientalischen Touch gibt, darunter Grapefruit, Granatapfel, Schwarzkirsche, Holunderbeere. Wunderbar zarte, aber straffe Tannine.