Diego Magana Anza: Anza Rioja 2023

Diego Magana Anza: Anza Rioja 2023

Zum Winzer

Diverse, Garnacha, Graciano, Tempranillo
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2038
pikant & würzig
saftig
strukturiert
Lobenberg: 94+/100
Parker: 95/100
Penin: 93/100
Spanien, Rioja, Rioja Alavesa
Allergene: Sulfite
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Anza Rioja 2023

94+
/100

Diego Magana ist der Schüler und Ziehsohn von Raul Perez, jenem Unikat und Haudegen, der inzwischen berühmt geworden ist in Bierzo und auch in der Ribeira Sacra, Diego Magana hat ein kleines Projekt in der Rioja Alavesa, also im baskischen Teil der Rioja. Dieses winzige Projekt besteht nur aus zwei sehr kleinen Weinbergen in 600 Metern Höhenlage. Die Böden bestehen hier überwiegend aus Kalkstein mit etwas Lehm und zu einem sehr hohen Prozentsatz aus Quarzsand. Das ergibt einen Anteil von über 10 Prozent Aktivkalk im Gesamtgemisch. Die Weinberge liegen direkt am Fuß der Sierra-Cantabria-Berge. Also in etwa auf der Höhe von Remelluri und Artadi. Das Weingut selbst liegt aber näher bei Artadi, also direkt an Laguardia. Der Einstiegswein kommt von 60 Jahre alten Buschweinreben und besteht aus fünf kleinen Plots. Es gibt immer nur knappe 8.000 Flaschen. Der Wein besteht aus Tempranillo, Graciano, Garnacha, Maturana, Viura und Malvasia. Also gemischter Satz mit ein bisschen Weißwein darin. Biologische Weinbergsarbeit, keine Herbizide und Pestizide, alles wird mit Pferden gepflügt, um die Böden nicht zu stark zu verdichten. Die Plots werden separat in kleinen offenen Holzgärständern und in offenen, senkrechtstehenden Tonneaux vinifiziert. Der Ausbau geschieht nur im Tonneau und im großen Holz. Die Nase belegt die Rappen schon im ersten Angang. Dazu schöne Orangenzesten. Große Frische. Die Böden enthalten Eisen, das merkt man durch den leichten Blut-Touch in der Nase ganz deutlich. Die würzige Graciano ist fast dominant, obwohl sie nur ein kleiner Bestandteil der Cuvée ist. Feine Schwarzkirsche, ein bisschen süße Kirsche dazu, Amarena und reife Zwetschge. Sehr pikanter Mund, großer Oszillograph. Eine wunderbare Frische aus Rappen und kühlen Nächten im Oktober wird unterlegt von allerfeinstem geschliffenen Tannin. Hier ist aber auch gar nichts grün, hier ist nichts rau. Alles ist seidig, verspielt und burgundisch. Nein, in seiner Fruchtigkeit eher noch erinnernd an einen Cru aus Moulin-à-Vent aus dem Beaujolais. Hintenraus wunderbar lang, mit einer wahnsinnigen Frische – da merkt man die Hochlagen, dieses Cool Climate. Auch bekommt diesen Weinen so extrem, dass sie kein kleines Barrique gesehen haben. Die Größe der Tonneaux ist eigentlich ziemlich perfekt. Hohe Intensität, aber gleichzeitig sehr geschmeidig, sehr delikat. Ein wirklich köstlicher Wein, mit einem wunderbaren Kern und einer wunderbaren Frische. Ein Kirsch-Zwetschgen-Konzentrat in der Mitte und ein langer salziger Nachhall. Das ist kein Riese, aber das ist für einen kleinen Wein ein großer Wein. Weil er alles hat, was einen perfekten Rioja auszeichnet. Eine extreme Schönheit mit einem intensiven Lecker-Gen. Fern der Moderne. Mir fehlt ein klein wenig die Assoziation an Rioja. Durch die Natürlichkeit des Weins und durch die enorme Frische gibt es keinen wirklichen Vergleich. Er könnte von der Philosophie am ehesten von Telmo Rodriguez kommen, aber um es dem Trinker zu erleichtern, hat er auch eine große Assoziation an einen Passetoutgrain, also an eine Komposition aus Pinot Noir mit einem Schuss Gamay. Auf jeden Fall spannend, große Freude!

Jahrgangsbericht

Der spektakuläre Jahrgang 2023 gilt in Spanien als Meilenstein der Eleganz. Deutlich balancierter als 2022, präsentieren sich die Weine als reife, ungemein harmonische Version von 2020. Sie bestechen mit einer steinigen Reduktion, atemberaubender Sauberkeit und einer präzisen Symmetrie von absolutem Weltrang.

95
/100

Parker über: Anza Rioja

The red blend 2023 Anza was produced with Tempranillo, Garnacha, Graciano, Malvasía, Calagraño, Viura and Moscatel grapes from the zones of Laguardia and Elvillar, produced in a fresh and direct style with no makeup. It fermented with some stems by plot and zones and matured in used 500-liter barrels and oak vats of different sizes for 12 months. They had 568 liters of rain in 2023, which also saw mild temperatures, save for a 12-day heat wave at the end of August, followed by a rainy September and October. The wine is clean, open, aromatic and nuanced. None of the reds show any aromatic influence from the wood. It has a contained 13.5% alcohol and a very balanced, medium-bodied and elegant palate, with very fine tannins. 21,000 bottles produced. It was bottled in December 2024.

93
/100

Penin über: Anza Rioja

Tiefes Kirschrot. In der Nase trockene Kräuter, reifes Obst, dunkle Früchte und würzig. Im Mund reife Früchte, würzig und reife Tannine.

Mein Winzer

Diego Magana Anza

Als Sohn von Juan Magana, dem mit Vina Magana in Barillas eines der berühmtesten Weingüter in Navarra gehört, arbeitete Diego Magana fast zehn Jahre mit seinem Vater Seite an Seite. Juan Pio Magana revolutionierte den Weinbau in Navarra, er setzte auf französische Rebsorten und französische...

Anza Rioja 2023