Clos Mogador: Clos Mogador 2022

Clos Mogador: Clos Mogador 2022

Zum Winzer

Garnacha 45%, Carignan 29%, Syrah 16%, Cabernet Sauvignon 10%
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2028–2048
fruchtbetont
pikant & würzig
voluminös & kräftig
Lobenberg: 98–100/100
Parker: 97/100
Tim Atkin: 96/100
Spanien, Katalonien, Priorat
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Clos Mogador 2022

98–100
/100

Dieser Weinberg ist ein eindrucksvolles Amphitheater, umringt von bis zu 1200 Meter hohen Gebirgszügen. Am Fuß der Lage mäandert sich der Fluss Siurana durch die karge Landschaft und spendet etwas Feuchtigkeit durch Morgentau. Fasziniert von diesem Ort, machte René Barbier es sich zur Aufgabe, dieses Fleckchen Land für Weingenießer schmeckbar zu machen. Er wollte dieses einzigartige Terroir in Flaschen füllen. Clos Mogador war im Jahre 2006 die allererste Lage, die den Titel Vi de Finca, also die höchste Anerkennung der strengen katalonischen Einzellagen-Regelung, erhalten hat. Bis heute tragen diesen Titel insgesamt nur 7 Lagen. Selbstverständlich wird auf Clos Mogador nur naturnah und nach biodynamischen Prinzipien gearbeitet, alles hier geschieht manuell und unter Einsatz von Pferden. Die erhaltenen Trauben sollen der maximale Ausdruck dieser wilden und kargen Landschaften sein. Clos Mogador besteht aus Cabernet Sauvignon, Garnacha, Carignan und Syrah, die alle auf sorgfältig ausgewählten Parzellen wachsen und anschließend in französischen Barriques ausgebaut werden. Wo soll man bei einer solch komplexen Symphonie anfangen zu beschreiben? Die Nase strömt üppig und warm aus dem Glas, wir haben eine Verdichtung in dunkler, blauer Frucht, Heidelbeere, Maulbeere, Schlehe, Pflaume, Orangenschale, Zimt und Nelke, etwas Süßholz und ganz feine Lakritze, viel Cassis und auch etwas frische Minze. Alles ist reif und satt, ohne aber zu üppig zu sein und ohne jegliche vegetativen Noten. Aber durchaus etwas wild, etwas dirty im positiven Sinne, ohne wiederrum jedoch animalisch zu werden. Ein Wein, der spielerisch Gegensätze vereint. Die Frucht bleibt sehr reintönig und klar, wie das auch beim Carignan Manyetes aus gleichem Haus der Fall ist. Die Handschrift ist eindeutig zu erkennen, naturbelassene Weine, die ihre wilde Seite zeigen dürfen, aber dennoch sauber definiert und wunderschön präzise Frucht aufweisen. Der Gaumen ist von üppiger, dichter Frucht geprägt, knackige Blaubeere, Brombeere, schwarze Kirsche, Thymian und Rosmarin zerfließen wie in Salz aufgelöst im ganzen Mund, alles wird ausgekleidet und eingenommen. Das ist schiebend und satt in der Aromatik, aber eben nicht fett, sondern fein, geschmeidig, getragen. Dieser Clos Mogador kommt daher wie ein Elefant auf dem Drahtseil, profund und tief, dabei doch so elegant. Die immensen Salzmassen, die satten Beerigkeit, die Garriguewürze, die butterweichen Tannine, die griffige Textur im Nachhall, alles ist in Balance, alles ist üppig vorhanden und doch nie zu viel. Zu einem großen Steak vom Grill mit Thymian und Salzbutter überzogen kann man sich kaum etwas Besseres vorstellen als diesen würzigen Priorathammer in seinem jungen, überschwänglichen Stadium. Ein paar Jahre der Reife werden dem Wein guttun, aber er kann uralt werden. Die Struktur ist gewaltig und die Frucht ist immens dicht. Dennoch tänzelt dieser Clos Mogador über den Gaumen und suggeriert eine Blüten- und Kräutergarnierte Feinheit, wie man es nicht vermuten würde. Das ist die Faust im Samthandschuh, so schmeckt Priorat aus der Feder eines legendären Winemakers, René Barbier. Großes Kino.

Jahrgangsbericht

Der Ausnahme-Jahrgang 2022 gilt in Spanien als historischer Meilenstein. Trotz Rekordhitze bestechen die Weine dank kühler Sommernächte mit verblüffend tiefen pH-Werten, spektakulärer Säurefrische und seidigen Tanninen – eine grandiose, perfekt balancierte Dichte auf Augenhöhe mit dem großen Bordeaux-Jahrgang.

97
/100

Parker über: Clos Mogador

Their single-vineyard 2022 Clos Mogador, they flagship wine, was produced with a blend of grapes, mostly Garnacha and Cariñena but also some Syrah and Cabernet Sauvignon (less and less, as they are regrafting most of them). It fermented with 40% full clusters and matured in 2,000- and 2,500-liter oak foudres; some are old barriques, to avoid having too much new oak, and some lots finish aging in concrete to complete some 20 months. They have implemented some changes, moving toward larger volumes, abandoning the barriques and moving to foudre (with the low volumes in 2024, the wine will be only in foudre). It has a very Mediterranean nose with plenty of dry hay and straw notes, the classical wet slate notes, very Priorat too, and it has a round palate and very fine, chalky tannins. It's serious and harmonious and feels relaxed, without any excess. It comes in at 14% alcohol with 5.4 grams of acidity and a bone-dry finish. None of the 2022s showed excess heat or ripeness. The alcohol is contained and integrated, and the wines are balanced and harmonious but with a more Mediterranean profile. 35,000 bottles produced. It was bottled in June 2024.

96
/100

Tim Atkin über: Clos Mogador

A deep, soulful sort of wine. Graphite, dark earth and smoke contribute to the savoury characters here, though there's no shortage of ripe, dark fruits. Chalky, firm and gently floral. This will need some time to come out of its shell but the material is all there. Excellent!,2027-2040

Suckling über: Clos Mogador

The oak spices are still a bit prominent, but that doesn’t hinder its expression of complexity and impressive depth. Graphite, roasted spices and a panoply of dried herbs and sweet cherries. It is plump, almost full-bodied and layered, with firm, fine tannins and a lengthy finish. Drink from 2025.,

Mein Winzer

Clos Mogador

Clos Mogador – dieser Name ist heute untrennbar mit dem Priorat verbunden. Doch wer hätte gedacht, dass der Ursprung dieses großen Klassikers eigentlich an der Rhône in Frankreich lag? Die Geschichte der Familie des Weingutes ist so umfangreich wie spektakulär.

Clos Mogador 2022