Der Hauptwein aus den legendären 7,5 Hektar des Clos de Tart. Rund 45 Prozent Rappenanteile und rund 50 Prozent Neuholz in 2023. Der Clos de Tart hat so viel Power und Ausgangsstoff mitgebracht, dass Noli das Gefühl hatte, der Ausbau bringt noch mehr Komplexität, holt noch mehr raus. Es ist ähnlich früh zugänglich wie 2022, weil es so eine reiche Gourmandise hat, aber es wirkt im Kontext der 2023er, die ich bisher probiert habe wahnsinnig elegant, tief und verdichtet. Das haben nicht viele in dieser Form geschafft. Ich bin wirklich baff, wie seriös dieser Clos de Tart ist, zumindest im Kontext des Jahrgangs. Der Fruchtkern ist zwar durchaus offenherzig und samtig-fein, aber es steht immens viel reduktive Würze dagegen und Unmengen hochfeiner, köstlicher Tannine. Wir haben auch im Clos de Tart diese schicke Süße aus Walderdbeeren und kleinen, knubbeligen, dunkelroten Himbeeren, aber es bleibt stets eingerahmt von dieser gewaltigen Kalksteinstruktur, die den Wein komplett marmoriert. Das ist ein 2023er, dem ich attestiere, ein wirklich, wirklich langes Leben zu haben. Ein Blockbuster, den es in dieser Form nicht oft gibt aus diesem Jahrgang. Alessandro Noli hat mit dem 2023er Clos de Tart einen ziemlich uniquen Wein geschaffen. Die Ertragsreduktion in Kombination mit der extremen Traubenselektion haben sich ausgezahlt. Ein verblüffend kühler, total transparenter Geradeauslauf, alles ist an seinem Platz, alles stimmt. Und dennoch hat der Wein, bei all seiner Finesse und Offenherzigkeit, eine geheimnisvolle Seite. Er legt nicht direkt alles auf den Tisch wie 2022, sondern behält eine gewisse Spannkraft in der Tiefe aufrecht, die vermuten lässt, dass da noch einiges lauert, das erst in ein paar Jahren zum Vorschein kommen wird. Schwebend fein und zugleich so profund. Das ist ein Clos de Tart wie aus dem Lehrbuch und dennoch einer wie es ihn wahrscheinlich nie gegeben hat.