Für die Rotweine war 2023 ein sehr charmantes Jahr, unglaublich seidig, nicht überkonzentriert durch die üppige Ernte, das gibt Feinheit und diese zugänglich-zarte Textur. Es ist kein Vollgas-Jahr wie 2022, sondern viel schöner im Antrunk, nimmt den Trinkenden direkt in den Arm. Der Wein wächst auf dem sehr raren roten Sandstein, eine Mischung aus Sand und Lehm. Es sitzt im Herzen der Crus des Nordostens, direkter Nachbar zu Rayas. Im Gegensatz zum Amiral G ist L'Avenue etwas exotischer, weniger monolitisch, viel verspielter, blumiger. Anfang Mai 2025 abgefüllt. Der L’Avenue ist der eleganteste Ausdruck von Grenache bei Vaudieu. Die Lage liegt direkt angrenzend an Château Rayas, entsprechend sehr feiner, sandiger Boden auf Kalkstein. Das ist die Quintessenz feiner Grenache mit zerdrückter Erdbeere, Pinienwald, frischem Morgentau im Frühling mit Pfingstrosen, Veilchen, rotem Weinbergspfirsich. Der Mund ist ultrafein, aber sehr sehr nachhaltig. Verbindet die Finesse von 2021 mit der Dichte und Substanz von 2022. Immer neue Wellen von Tannin rollen über die Zunge, man hat immer wieder den Eindruck von Kalkstein im Mund, aber dominant ist die sandige Eleganz in der Struktur. Die Aromatik haftet ewig am Gaumen. Die süße Herzkirsche rollt immer wieder durch, auch etwas Holunder und Veilchen im Nachgang. Wer die Finesse in der Grenache sucht, muss L’Avenue trinken. Das ist neben den Kraftmeiern Admiral G und V de Vaudieu immer der eleganteste und zarteste Wen. Diese florale Verspieltheit ist sehr typisch für L’Avenue.