Carl Loewen: Riesling 1896 Erste Lage 2025

Carl Loewen: Riesling 1896 Erste Lage 2025

Limitiert

Holzkiste

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
12,0% Vol.
Trinkreife: 2033–2055
Verpackt in: 6er OHK
mineralisch
unkonventionell
fruchtbetont
Lobenberg: 99/100
Stuart Pigott: 98/100
Galloni: 95/100
Mosel Fine Wines: 95/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling 1896 Erste Lage 2025

99
/100

An einem einzigen Tag komplett gelesen. Dieser Wein ist in vielerlei Hinsicht ein Kuriosum. Zuallererst einmal in der Bezeichnung. Der Wein kommt aus dem gleichen großen Weinberg wie der Herrenberg Großes Gewächs, aus dem unteren Teil mit den 1896 gepflanzten wurzelechten Reben in Einzelstockerziehung. Es darf aber ja bim VDP nicht zwei GGs aus einer Lage geben. Peter Jakob Kühn hat sich damit geholfen, seine Topweine Unikate zu nennen, was ich im Grunde verständlicher finde als diese Version von Carl Loewen, zumal es ja auch eine Erste Lage 1896 gibt. Der nur 1896 heißende Wein ist auf jeden Fall ein Experimentalwein, der hergestellt wird wie vor 100 Jahren. Hier kommt aber auch das beste Lesegut aus dem dritten Lesedurchgang des Herrenberg GG mit dazu. Die Verarbeitung geschieht wie vor 120 Jahren in reiner Handarbeit. Die mit der Hand gelesenen Trauben werden mit der Hotte zu den Traubenbütten auf dem Anhänger getragen. In der Bütte werden die Trauben unentrappt sofort mit den Füßen eingestampft, direkt noch auf dem Anhänger, damit der Saft austritt und die Mazeration der Trauben beginnt. So können die Aromen der Trauben voll aufgeschlossen werden. Am Abend des Erntetages beginnt erst das Keltern. Hierfür konnte das Weingut eine alte Korbkelter erwerben, die mit der Technik des vergangenen Jahrhunderts arbeitet. Mit Muskelkraft wird gekeltert, und zwar über die ganze Nacht in einem Durchgang, ohne erneutes Aufscheitern. Der Most wird ohne Sedimentation direkt ins Fuder gegeben. Die Gärung erfolgt spontan mit traubeneigenen Hefen. Über diesen langen Prozess ergibt sich dadurch automatisch eine relativ lange Maischestandzeit und dadurch eine gewisse Phenolik. Der Wein verbleibt bis zum nächsten Sommer komplett auf seiner Vollhefe, geschwefelt wird erst sehr spät. Die Vergärung geschieht im ältesten Holzfass des Weinguts von 1960, um jeglichen aromatischen Holzeinfluss zu vermeiden. Der Boden dieses 1896 ist – wie im Herrenberg – roter Schiefer, und er verfügt über eine besondere Wärme. Das einzige Manko hier ist, dass es immer nur ein einziges Fass ist. Das ist das Fass, aus dem die Loewens am liebsten mal ein Gläschen abzapfen während des Ausbaus, weil es so faszinierend und packend ist. Man kann sich schwer davon losreißen. In 2025 gab es keinen Frost, auch keine längeren Trockenphasen, keine extreme Hitze. Es war Regen und Sonne im Wechselspiel, aber im Grunde keine Extreme, ein sehr klassischer, warmer Sommer. Mitte September kam dann der große Regen, da musste man extrem schnell sein und am Ende auch gut selektieren. Für Christopher Loewen war der Regen dahingehend gut, dass man dann nicht noch später hätte lesen können. Man musste alles reinholen, dadurch haben die Weine dann etwas mehr Spannung erhalten. Es ist dennoch ein eher charmanter, cremiger Jahrgang. Selbst nach allen GGs probiert, die in 2025 schon genial sind, setzt dieser 1896 nochmal einen drauf. Er ist hochverdichtet und tief, zeigt rote und gelbe Pfirsichschale, roten Pfeffer. Er hat eine gigantische Struktur, setzt sich mit Grapefruitbitterstoffen und herbsaftigen, kernigen Gerbstoffen auf der Zunge fest. Wir sind in Sachen Power bei einem Jahr wie 2023 zurück in Sachen Power. Das ist kein 0815 easy-drinking, sondern schon etwas fordernd, man muss sich auf diese puristische Stilistik einlassen. Aber es ist nie zu extrem bei Loewen, die Flasche wird immer leer werden. Ein großer Wein, der die Natur und den Genießer mitnimmt.

Jahrgangsbericht

Der Ausnahme-Jahrgang 2025 gilt in Deutschland als eine der faszinierendsten und geschmacksstärksten Saisons der letzten Jahre – trotz des extremen Lese-Sprints bestechen die Weine mit monumentaler Fruchtkonzentration, viel Grip und beispiellosem Lagerpotenzial.

Verkostungsnotiz
98
/100

Stuart Pigott über: Riesling 1896 Erste Lage

Step into this time machine and let it transport you back to the Mosel of a century ago. And what you will discover is how mind-expandingly subtle the peach can be. Also, how elegant enormous concentration can be. Let it wash over you and suddenly the world will look rosy, regardless of what the news is. And at the super-long finish there is that extraordinay finesse once again! From ungrafted vines planted in 1896.

95
/100

Galloni über: Riesling 1896 Erste Lage

The 2025 Riesling 1896 is Loewen's throwback wine, made as it would have been in 1896, when the vines were planted: no mechanization, pressing in a basket press and fermentation in Fuder. Lovely flintiness mingles with a touch of golden and red apple on the nose. Crushed yarrow adds savor. Apple and yarrow on the palate frame plum juiciness and are further delineated by exquisite tangerine peel and pith, with proper mouthfeel and wonderful contour. Striking a very natural, bone-dry balance, this just reverberates with freshness and energy. (Bone-dry)

Verkostungsnotiz
95
/100

Mosel Fine Wines über: Riesling 1896 Erste Lage

The 1896 Riesling 2025, as it is simply referred to on the front dark-grey label (the reference to the vineyard is left for the back label), is a just offdry wine (with 10 g/l of residual sugar) picked on un-grafted vines planted in 1896 in the Longuicher Maximiner Herrenberg, and was made using,traditional winemaking methods dating back to the early 1900s and was fermented in a 60-year-old Fuder still made from Mosel oak. It offers a still slightly backward nose made of herbs, spices, bergamot, grapefruit, and whipped cream. The wine is still a touch firm, but already incredibly playful,and complex on the palate and leaves a beautiful feel of fresh fruits, ginger, and minerals in the long finish. This is a gorgeous expression of drytasting Riesling in the making! 2035-2055

Mein Winzer

Carl Loewen

Stuart Pigott, der wohl neben Stephan Reinhardt (Parker) bekannteste Weinjournalist mit dem Schwerpunkt "Deutsche Weine", erklärte das Weingut Carl Loewen in der FAZ im November 2017 zum Liebling des Jahres.

Riesling 1896 Erste Lage 2025