Der Blanc de Blancs Große Reserve ist einer der ikonischsten Sekte Österreichs. Extrem rar, nur in wenigen Jahrgängen erzeugt und 2014 auf gerade einmal 1.498 handnummerierte Flaschen limitiert. Ein Jahrgang, der für Stillwein herausfordernd war, sich für große Sekte aber als nahezu ideal erwiesen hat: viel Frische, präzise Säure, kühle Frucht und enorme Spannung. Er stammt aus der Ried Steinberg, Bründlmayers bester Chardonnay-Lage. Die Gärung erfolgt im Edelstahl mit biologischem Säureabbau, anschließend wird der Wein samt Feinhefe in gebrauchte Fässer aus österreichischer Eiche umgezogen und dort rund acht Monate ausgebaut. Tirage 2015, degorgiert im Herbst 2024. Also über neun Jahre Hefelager. Das ist nicht einfach Sekt, das ist die österreichische Antwort auf die ganz große Blanc de Blancs-Kultur. Schon die Nase zeigt diese Mischung aus Reife und unglaublicher Jugendlichkeit. Feine Brioche, Quarkgebäck und geröstete Mandel, dazu kandierte Orange, Grapefruit, gelber Apfel und ein Hauch Marille. Darüber liegt eine kühle, leicht rauchige Reduktion, fast Feuerstein, dazu helle Kräuter und eine kalkige, staubige Mineralität. Alles ist vielschichtig, aber nicht breit. Nichts wirkt gereift im Sinne von müde, im Gegenteil: Der Wein steht im Glas wie ein Laser. Präzise, hell, vibrierend, mit dieser salzigen, kalkigen Spannung, die sofort klar macht, dass hier absolute erste Liga im Glas ist. Am Gaumen dann dieses grandiose Zusammenspiel aus Schub und Brillanz. Die Perlage ist enorm fein, die Struktur engmaschig, lebendig und druckvoll. Zitrone, Grapefruit, Pomelo, heller Apfel und weißer Pfirsich laufen über einen straffen, animierenden Säurebogen. Dazu kommen Brioche, Mandel und ein feiner cremiger Schmelz aus dem langen Hefelager. Aber die Mineralität zieht alles sofort wieder in die Länge. Kalk, Salz, feine Kräuter, zitrische Pikanz. Das hat richtig Druck, richtig Grip und zugleich diese mühelose, schwebende Grandezza. Der Nachhall ist enorm lang, salzig, zitronig und von Grapefruit geprägt. Trotz des langen Hefelagers wirkt der 2014er fast jugendlich, vibrierend und voller weiterer Zukunft. Ein großer, großer Sekt mit internationalem Format, der nicht über Opulenz kommt, sondern über Präzision, Tiefe und mineralische Strahlkraft. Einer der besten Österreichs. Punkt.