Die Ried Poigen liegt oberhalb von Mitterarnsdorf am rechten Donauufer, also auf der kühlen, fast ein bisschen versteckten Seite der Wachau. Hier kommt nicht die barocke, breite Wachau aus dem Glas, sondern eine straffere, steinigere Variante. Schluff, kleines Gestein, Gneis-Schüttkegel und diese kühlen Fallwinde vom Wald prägen die Lage. Genau das steht dem Riesling natürlich brutal gut. Bergkirchners Federspiel ist ganz auf der hellen, präzisen Seite gebaut. Weißer Pfirsich, Limettenzeste, etwas weiße Blüte, grüner Apfel, dazu diese feine, fast salzige Steinigkeit. Am Gaumen schlank, engmaschig und geradlinig, mit präsenter, aber nie spitzer Säure. Der Wein zieht sauber durch, bleibt lebendig haften und hat für ein Federspiel richtig gute innere Spannung. Überhaupt kein lauter Riesling, einfach ein ganz klassisches Federspiel mit kühler Poigen-Finesse. Struktur, Zug und überraschend gutes Reifepotenzial.