100 Prozent Chardonnay aus dem hervorragenden Sektjahr 2021, neun Monate Ausbau in gebrauchter Pfälzer Eiche, ohne Schwefel für die Grundweine, anschließend unfiltriert in die zweite Gärung. Nach 36 Monaten Hefelager steht hier ein Sekt im Glas, der nicht auf laute Autolyse oder üppige Hefearomatik setzt, sondern auf Spannung, Salzigkeit und Energie. Schon die Nase zieht einen sofort hinein. Quitte, Birne und helles Steinobst treffen auf Zitronenzeste, etwas Kalkstaub und eine feine würzige Note. Dahinter ganz dezent Brioche und frisches Brot, eher ein leiser Hintergrundton als ein dominierendes Aroma. Genau das macht den Reiz aus. Dieser Blanc de Blancs will nicht über Hefe beeindrucken, sondern über seine Klarheit und seinen Zug. Am Gaumen dann richtig viel Spannung. Die Perlage ist cremig und fein verwoben, gleichzeitig besitzt der Wein einen enormen Vorwärtsdrang. Zitrusfrucht, reifer Apfel, Salz und kreidige Mineralität schieben sich mit viel Energie über die Zunge. Alles wirkt straff, fokussiert und schnurgerade, ohne dabei zu karg zu sein. Der Wein hat Druck, entwickelt Dynamik und gewinnt mit jedem Schluck an Intensität. Erst ganz hinten kommen etwas Brioche, Brotkruste und feiner Schmelz hinzu. Die salzige Länge und diese fast elektrisierende Frische bleiben jedoch bis ins Finale taktgebend. Ein Blanc de Blancs mit richtig viel Drive, enormem Trinkfluss und einer fast überraschenden Präzision. Ein genialer Sekt vom Kalk!