Der Scharzhof ist mit dem Doctor der berühmteste und sagenumwobenste Weinberg von Mosel und Saar. Ein steiles Amphitheater mit perfekter Exposition in einem kühlen, windigen Seitental der Saar. Es ist die pure, kristalline, unverfälschte, fast überirdisch schwebende Art, die den Scharzhof so besonders macht. 2025 war ein warmes, sonnenreiches Jahr, das in seinem Charakter 2015 nicht unähnlich ist an der Mosel. Selbst der kühle, karge Scharzhofberg hat eine intensive Aromatik in diesem Jahr. Das reicht von Quitte über Orange bis Mandarine, bleibt dabei aber in diesem salzig-engmaschigen Korsett der Lage eingespannt. Wahnsinnig steinig und aromatisch zugleich. Im Mund hält der Scharzhofberg die harmonische Symmetrie aus festem Gerbstoff, feinem Schmelz aus warmer Zitrusfrucht und taktgebender Säurefrische mühelos aufrecht. Zieht immer weiter. Die herbe, feuersteinige Mineralik des Weinbergs wird von so viel schicker, geschmeidiger Frucht ummantelt. Wie 2015 mit einem kleinen Touch mehr Wärme vielleicht, dabei bleibt er geschliffen und leichtfüßig und wirkt trotz seiner Power nie schwer. Ein ganz anderes Tier als das kühle, dagegen ja fast schon »kalte«, stahlige 2024.