Dieser Wein ist ein exklusives Late-Release aus »Bernhards Archiv 2026« und hat nie zuvor das Weingut verlassen. Jede Flasche ist entsprechend mit einem Sticker gekennzeichnet. –– Wir liegen hier in der Pflanzdichte bei 10.000 bis 14.000 Stöcken pro Hektar. Daraus resultiert ein maximaler Ertrag von unter 500 Gramm Trauben pro Rebe. Das Ziel ist fast erreicht, aber Julian Huber pflanzt zum Teil weiter und nähert sich den 20.000 Stöcken pro Hektar an, um dauerhaft einen möglichst niedrigen Ertrag von gerade einmal 250 Gramm pro Stock zu erreichen. Das gibt es so extrem nur in den verrücktesten Anlagen im Burgund, manchmal in Bordeaux und manchmal auch im Piemont wie bei Voerzio. Der Anteil von reifen braunen Rappen, die der Gärung zugegeben werden, liegt bei rund 50 Prozent. Schichtverfahren. Also immer abwechselnd eine Schicht Beeren und eine Schicht Rappen. Julian Huber vergärt natürlich spontan und ausgesprochen zurückhaltend und vorsichtig, wenig Überpumpen der Maische. Der Ausbau geschieht im Holz, nur ein kleiner Anteil ist dabei neues Holz. Der Schlossberg ist schwarzduftig, aber ultrafein. Noch deutlich feiner als das zuvor probierte, grandiose GG aus der Bombacher Sommerhalde. Genauso viel Veilchen, auch Holunder, ein klein bisschen süßer Wacholder und ein bisschen Weihrauch. Echt spannende Nase. Aber ultraschick, ultrageschliffen. Schon in der Nase spürbar, dass es nur zarteste geschliffene Tannine gibt. Nur das Riechen ist schon eine Ode an die Freude. Der Mund des Schlossbergs ist super saftig. Auch hier wieder Veilchen, helle Lakritze, etwas Pimentpfeffer, schwarze Kirsche, Schlehe und süße Kirsche. Aber alles ganz zart verwoben. Der Wein ist ultrazart und seidig. Die Tannine sind nicht spürbar, das Ganze ist dramatisch balanciert. Ein Wein wie eine Perfektion. Dazu grandiose Frische, jetzt kommt auch rote Frucht. Rote Himbeere und Sauerkirsche. Mit mehr Luft wird der Wein immer rotfruchtiger. Die süße rote Kirsche, die Sauerkirsche und die Schlehe setzen sich durch. Auch im Mund kommt eine würzige, dichte Waldhimbeere dazu. Mega elegant, mega schick, und trotzdem auch ein Kracher. Die wahnsinnig hohe Intensität bei diesen ultrafeinen Tanninen. Das ist ziemlich großes Kino! 99-100/100