Dieser Wein ist ein exklusives Late-Release aus »Bernhards Archiv 2026« und hat nie zuvor das Weingut verlassen. Jede Flasche ist entsprechend mit einem Sticker gekennzeichnet. –– Der Schlossberg in Hecklingen, ein extremer Weinberg, hier stehen 14.000 Stöcke auf dem Hektar, alles ist Handarbeit. Der Ertrag pro Stock liegt hier bei gerademal 200 bis maximal 270 Gramm, das entsprach nach den Frostschäden und den die Frostschäden regulierenden zusätzlichen ertragsreduzierenden Maßnahmen von Julian Huber am Ende einem Gesamtertrag von winzigen 10 hl/ha im Jahr 2017. Hier liegt der Rappenanteil in 2017 bei selektierten und später hinzugegebenen Stielen unter 20%, in Jahren wie 2015 und 2016 lag der Anteil auch mal bei 50% und mehr, aber die zarte Struktur des Jahrgangs 2017 hat eine sehr vorsichtige Vinifikation geboten. Auch die Fermentation verlief deutlich vorsichtiger und zurückhaltender in 2017, weniger Unterstoßen und weniger Überspülen des Mostes. Auch wurde in diesem Jahr bei Huber extrem spät gelesen, bereits weit im Herbst bei kühlen Nächten und kühleren Tagestemperaturen, das hat Aroma präserviert. Diese filigrane Kühle des Jahres ist in den Weinen deutlich zu spüren. In der Nase rote Kirsche, auch schwarze Kirsche, wieder etwas Holunder, deutlich Veilchen, blumig-verspielt, leicht erdig-würzig, feiner Rappenschleier. Der Wein hat nicht die Power und die Opulenz von 2016 oder 2015, das ist viel feiner, viel mehr Understatement, der Jahrgang 2017 wirkt fast zerbrechlich zart, so fein, so transparent und doch so aromatisch und intensiv in der Frucht. Im Mund kommt dann aber eine feine Süße dazu, auch wenn der filigrane Grundcharakter bleibt, süße Schwarzkirsche, Holunder, Veilchen, ganz, helle, zarte Lakritze, leicht nussig, große Länge zeigend, die Rappen sind nur ansatzweise in der Würze spürbar, wir waren ja dieses Jahr nur bei kleinen 20%. Der Wein zieht sich fein in die Länge, ein Wein zum Träumen und zum Schnüffeln, ein filigraner Tänzer, die 2017er sind wirklich verträumte, unglaublich zarte Weine. So war es auch schon bei Fürst, auch wenn man hier mit hohem Neuholz- und Rappenanteilen einen ganz anderen Ansatz in der Vinifikation gefahren ist, aber das Ergebnis ist verblüffenderweise ähnlich fein im Stil. Als Speisenbegleiter muss man hier sehr selektiv vorgehen, damit die zarte Aromatik des Weines nicht untergeht. Es darf nicht zu üppig mit schweren Soßen werden. Nach 2 Minuten steht der Wein immer noch im Mund, leichte Pimentwürze und schwarzen Pfeffer zeigend, Holunderkrautwürze, Schwarzkirsche. Der Schlossberg hat durchaus Druck, hat eine immense Spannung und Rasse, ist sehr aromatisch und nachhaltig, aber eben alles auf leichtfüssigere, etwas zartere Art und nicht so profund wie in den beiden Jahren zuvor. 98-100/100