Unglaublich für einen solchen Preis: Ungepropfte wurzelechte, 150 Jahre alte Reben auf fast 1000 Höhenmetern in Nieva bei Segovia, schon fast in Ribera und nicht mehr weit bis Gredos. In Ribera wäre das gleichmal doppelt so teuer, aber Rueda muss halt auch mit dem Image kämpfen. Kalksandstein, Sandstein-Schiefer und viele Kiesel a la Chateauneuf du Pape. Und darin müssen die alten Reben um Wasser und Nahrung und Austausch mit den tiefen Bodenflechten kämpfen. Alles Bio! Fast 80 kleine bis winzige Plots. Handlese, komplette entrappt mit nur kurzer Maischestandzeit vor der Pressung. Im Barrique und 600 Liter-Holztonneau vergoren und dann fast 1 Jahr in überwiegend gebrauchten Barriques ausgebaut. Der enorme Extrakt und diese Tiefe und steinige Schärfe des an Steinobst erinnernden Weins kommt ganz sicher aus eben dem großen Alter der Reben. Unglaublich von unten schiebend und sehr profund! Reduktive Nase nach Steinobst, Kalk- Gestein, viel feuchter Feuerstein und etwas Holz, quasi eine Art Rullot aus Rueda. Schon diese Nase verzaubert jeden Nerd! Das helle leuchtende Gelb suggeriert eher Leichtigkeit, aber im Mund kommt dann satter Schub, grünes und orangenes Steinobst, Ananas und Maracuja, dazu grüne Olive, grüne Avocado und etwas Ingwerschärfe. Ein sattes Maul voll Wein mit hoher Intensität, Sanddorn, Nüsse, unreife Aprikose, unsüßer Rosmarinhonig, ich bin ziemlich geflasht. Salziges, mineralisches Finale mit sehr langem, leicht scharfen und vibrierend frischem, zugleich sehr fülligem, grün-gelb fruchtigem Nachhall. Schon eine Wuchtbrumme, ohne zuviel Fett oder gar Holz, der Extrakt kommt aus den alten Reben. Groß!