2025 wurde der weiße Serracalcara erstmals gemacht, natürlich im biodynamischen Anbau, wie immer bei Occhipinti. Die Reben stehen im Gegensatz zu den roten Tuff-Sandböden um das Weingut herum in 240 bis 250 Höhenmetern auf kalkhaltigen Böden aus Meeressediment, Mergel und Eisenablagerungen auf der Bergkette der Serra San Bartolo in Vittoria, im Südosten Siziliens. 100 Prozent Grillo, in der zweiten Augusthälfte gelesen. Nach wenigen Stunden Schalenkontakt abgepresst und im Beton vergoren, dann weitere 8 bis 9 Monate darin ausgebaut. Tiefes Goldgelb. In die Nase steigt reife gelbe Frucht und eine beinahe überschwänglich opulente, betörende Blütenaromatik. Intensives Steinobst wie saftig-süße Aprikosen, reife Äpfel, Honigmelone, duftende Lilien und weiße Obstblüten, auch ein Hauch Vanille und Marzipan, geschmolzene braune Nussbutter, eine dezent herbe Salbei-Kräuternote, aber auch duftendes Heu im Spätsommer sowie viel salzige, jodartige, steinige Mineralik und ein Hauch Feuerstein steigen aus dem Glas. Dieser Stoff ist wunderbar sinnlich und durch beinahe lineare Steinigkeit zugleich wohl definiert. Wie eine vollbusige Dame im Korsett. Diese herrliche Schönheit geht auf ganze 100 Prozent, aber nur bis an diese Grenze. Dennoch kann man nicht wegschauen – diese Verführung ist absolut real und saugt mich wie eine Lorelei ins Glas. Der Wein wandelt sich mit Luft, wird sanfter, samtiger. Es kommen Aromen von getrockneten Aprikosen, Heidehonig und ein Hauch frischer Ingwer dazu. Im Mund wandelt sich dieser samtig einladende Stoff dann in einen Drahtseiltänzer! Die Spannung scheint beinahe elektrisch geladen. Mega! Der Mundeintritt wirkt für einen kleinen Moment aufgrund der hohen Säure eher schlank und beinahe karg, voll mineralischem Sternenstaub. Der Speichelfluss legt los und der nächste Schluck muss garantiert nicht lange warten. Salzzitrone, Quitte, gelber Apfel, Mostbirne, dezent bittere Kräuter. Der Wein hat 12,5% vol., wirkt aber schon mit dem nächsten Schluck aufgrund seines hohen Extraktgehalts mächtiger am Gaumen. Im Nachhall bleibt weißer Pfeffer mit wilden Kräutern auf der Zunge. Durch seine saftige Frucht zugänglich und doch genial tiefgehend mineralisch. Sehr, sehr schicker Stoff! Zum Aperitif oder zu vielerlei mediterranen Vorspeisen – er macht auf jeden Fall Lust auf mehr.