Der Herzog ist der höchstgelegene und zugleich der wärmste Weinberg in Haardt. Ein sehr purer, karger Buntsandsteinboden mit enormem Steinanteil, sehr von einem total hellen Buntsandstein geprägt. Komplett im 500-Liter-Holz ausgebaut, je zu einem Drittel neue Fässer, Zweitbelegung und Drittbelegung. Die Trauben stammen aus biologischem Anbau. Der Herzog ist immer sehr elegant. Der Herzog profitiert spürbar von diesen Bedingungen und zeigt sich in einer Präzision und Eleganz, wie man sie selbst hier nicht jedes Jahr erlebt. Ganz zarter Rauch, ganz dezente Holzeinflüsse. Dann direkt total offene, zupackende gelbe Frucht in irrer Konzentration in der Nase. Gelber Pfirsich, Nektarine, auch ganz reife Zitrusnuancen, Orangenschale, sowie eine wunderbar Duftigkeit, die von Mandarinen bis hin zu weißen Blumen reicht, unterlegt mit einer zarten Hefekomplexität. Tolle, gelbe Frucht, sehr saftig. Immer ganz einzigartig in seinem Ausdruck. Im Mund kommt dann diese kompakte, fest gebaute Textur mit leicht briochigen Noten im Nachhall, die den Wein unfassbar delikat macht. Wieder Pfirsich, diesmal auch Noten von Birne. Dazu ein geniales Zusammenspiel von Cremigkeit und mineralischer Frische, wobei ersteres am vorderen Gaumen und letzteres am spektakulären Finish dominiert. Der Abgang will einfach nicht enden. Alles wird unterstützt von diesem Schub an Mineralität – man will fast an Kreide denken bei diesem sehr kargen Sandstein-Wein, das ist schon verblüffend, aber bei Von Winnings Herzog ist das ganz genauso. Das ist die Eigenheit dieser sehr speziellen Lage, die sich sowohl in Riesling als auch in Weißburgunder ausdrückt, die Rebsorte ist hier nur das Medium. Ein großer Jahrgang für diesen Wein – und einer der besten Weißburgunder des Landes.