Wie in 2020 auch schon, haben die Tardieus mit 2023 zwei Weine der »selection parcellaire« auf diese Art abgefüllt. Sie nennen das Projekt wie schon seit 2018 'Le Gout du Lieu' - Der Geschmack des Terroirs! Es gab sie bisher aus 2018, 2020 und 2023. Von jeder Selection gibt es nur jeweils 600 Flaschen für den weltweiten Markt, gepackt jeweils in einer 6er Holzkiste und nur den besten Tardieu-Kunden weltweit vorbehalten, strengste Zuteilung nur an die Elite aller Grand Cru Kunden. Je Land sind es wenige Kisten. Der Wein wird komplett als Ganztraube vergoren. Der Ausbau: 6 Monate im gebrauchten Fuderfass, danach 24 Monate in der Tonamphore. Ein Wein, der so anders ist als alle Châteauneuf von Tardieu. Er ist nicht so aromatisch, sondern kommt feiner und etwas weniger fruchtintensiv, geht mehr zur Würze und zu warmem Stein. Er wirkt in sich sehr kompakt und wahnsinnig dicht. Das Besondere an diesem Châteauneuf ist, dass er fast vollständig von einem Aroma dominiert wird, das in Châteauneuf an sich eher selten ist: Blutorange. Er hat die feinen, noblem Bitternoten von Blutorangenschale schon im Duft, das zieht sich dann auch in den Mund, da kommen Kumquat und Grapefruit hinzu, insgesamt also schlankere, zitrischere Früchte als üblich in dieser Gemeinde. Natürlich haben wir auch die süße aus dem Alkohol, aus dem Extrakt, die wärmenden Hände im Rücken von Châteauneuf, dieses dichte, cremige Spiel. Im Gout du Lieu steht aber eben diese saftig-zitrische Eleganz als Kontrapunkt dagegen, was ihn völlig einzigartig macht. Ich habe selten einen Châteauneuf mit dieser Aromatik auf der Zunge gehabt, wahrscheinlich noch nie. Ich kann ihm keine glatten 100 Punkte geben, weil die Cuvée Special für mich noch einen Ticken klassischer und in sich harmonischer ist. Dieser hier ist ein Ausnahme-Châteauneuf für Insider, die das ganz Besondere suchen. Er ist nicht universell einsetzbar, aber für gewisse Pairings ist das ein grandioser, fordernder Stoff. Die Gesamtproduktion liegt bei zwei Barriques, also rund 600 Flaschen.