Der Wein besteht aus 50 Jahre alter, pinker Clairette, die im Clos du Caillou auf sandigen Böden mit runden Kieselsteinen wächst. Der Clos du Caillou ist ja nur aus verwaltungstechnischen Gründen unter dem Vorbesitzer kein Châteauneuf, vom Terroir her sind wir mitten im Herzen der Gemeinde, gerade nebenan ist Château Rayas. Es ist also etwas feinerer, leichterer Boden, der sehr elegante Weine erbringt. Im Stahl vinifiziert und dann kommt die Hälfte zur spontanen Vergärung in neue 600 Liter Demi-Muids, der Rest bleibt im Stahl, am Ende wird das Ganze vermählt. Die Besonderheit der alten Clairette von Caillou ist, dass es die pinke Spielart ist. Dementsprechend Direktpressung als Ganztraube, um keine Farbe in den Wein zu bekommen. Die La Reserve sind wunderbar leicht und beschwingt, haben eine sehr erfrischende, knackige Seite an sich. Die Alkoholgrade sind niedriger, vor allem bei den Weißweine eine willkommene Abwechslung, die dadurch eine ganz neue Dimension an Trinkfluss erhalten. Der Wein ist blank und hochintensiv duftig. Die Clairette ist eine völlig unterschätzte Rebsorte, wurde häufig nur mit recht simplen Rhôneweinen in Verbindung gebracht, aber von Clos des Papes wissen wir, dass sie auch die Basis für große Weißweine des Südens bilden kann. Die bringt immer viel mehr Frische ins Glas als Marsanne oder Roussanne. Die Nase ist unglaublich schön, sehr duftstark. Litschi und Grapefruit, Pfefferminzschärfe. Das Holz kommt etwas durch, gibt ihm diese köstliche Cremigkeit. Der Wein hat sehr viel Kraft und ist trotzdem fein. Ein Côtes du Rhône Reserve, der dieser Bezeichnung spottet, der einfach lange weggesperrt gehört, der ähnlich wie ein Châteauneuf Prestige bei Janasse oder ein weißer Clos des Papes einfach mal 10, 12 Jahre in Ruhe gelassen werden muss. Großer Stoff für ein langes Leben, aber auch für lange Wartezeit. Mit seiner exotischen Aromatik ist er aber auch in der Jugend eine große Köstlichkeit, aber man muss aufpassen nicht aus der Kurve getragen zu werden.