Der Roth Lay wächst auf Schieferterrassen direkt zur Mosel. Der Schiefer ist klassischer Devonschiefer mit sehr hohem Eisengehalt, also rötlich gefärbt. Verwitterungsgestein. Der Wein wird nach der Ernte in ganzen Trauben angequetscht. Kurze Maischestandzeit im Kühlhaus, ohne, dass die Gärung beginnt. Vorsichtiges abpressen und Vergärung mit spontaner Hefe im großen Holzfass. Er verbleibt bis zum übernächsten Frühjahr der Vollhefe. Das ist der »langsame Wein« des Weingutes, er gärt meistens etwas länger, bleibt länger im Fass und wurde von Reinhard Löwenstein schon lange etwas später auf den Markt gebracht, das ist auch heute unter den neuen Inhabern unverändert so. Der Sommer war relativ warm und zugleich mit ausreichend Regen, der dann im Herbst nochmal zulegte und einiges an Botrytis in den Weinbergen ausbrechen lies. Bei Heymann-Löwenstein gibt es seit vielen Jahren einen Sortiertisch, der war in 2025 natürlich sehr hilfreich. Die Botrytis wurde komplett rausgelesen, eine Heidenarbeit. Dadurch war der Ertrag sehr gering, lag bei nur 38 hl/ha im Betriebsschnitt, einfach weil so viel aussortiert werden musste. Der Roth Lay liegt 2025 in einem Halbstück und einem Stückfass, also sind es rund 1800 Liter Gesamtmenge. Der Roth Lay ist immer der erhabenste und ruhigste Wein im Keller von Löwenstein, das ist auch im sehr intensiven und reichen 2025 so. Er wirkt noch immer kompakt und in sich ruhend. Eine helle, eher weißrötliche Frucht mit dunkler, tabakiger Würze darunter. Ein bisschen grüne Mandarine hat er, auch weißen Pfeffer, Thymian, alles läuft über warmen Sandstein im Mund. Dieser Terroirausdruck ist einfach einmalig, so schmeckt nur Roth Lay, das ist wie ein Brennglas auf diese uralten, kargen Terrassen oben im Uhlener Hang. Roth Lay ist der Fels in der Brandung, er macht sein eigenes Ding und man kann ihm als Trinker einfach nur fasziniert folgen. Mosel in Eigenwillig und Groß!