Die Trauben werden zu 100 Prozent entrappt, sie kommen von den momentan noch hauptsächlich jungen Nebbiolo-Reben, die später einmal in die Baroli gehen werden. Spontan im Stahl vergoren und dann auch darin bis zum Mai des Folgejahres ausgebaut. Wenn die Top-Prestige-Lage Rüncot nicht separat ausgebaut wird, gehen sogar auch diese Trauben aus der besten Lage des Weinguts in den Langhe Nebbiolo! Das macht Gianluca Grasso so, um seinen Barolo-Weinen Beständigkeit zu geben. Vermutlich würden die meisten anderen Winzer ihre Baroli mit diesen Trauben der Extraklasse »aufpimpen«. Was die Qualität und Menge angeht, kommt das Ergebnis des Langhe Nebbiolo also bedeutend auf den Rüncot an. Mittleres, leuchtendes Rubinrot. Die Nase ist puristisch präzise und rotfruchtig, dabei dennoch so fein verspielt und wunderbar erfrischend aromatisch. Dieser Gavarini hat eine beinahe burgundische Nase mit zartem Rosenaroma, aber auch gelben getrockneten Blüten, Veilchen und würzigen Kräutern auf präzisen roten, beinahe tänzelnden Johannisbeeren, saftigen Erdbeeren, roten Herzkirschen, duftenden Walderdbeeren und einem Hauch Vanille – was für eine herrliche Verspieltheit! Im Mund trifft rote Kirschfrucht geradlinig mit viel Salzigkeit und stimmiger Mineralität die Zunge. Die Säure des jungen Weins ist knackig und geradeaus laufend erfrischend. Selbst dieser Einstieg in die Nebbiolo-Weine von Elio Grasso ist ein klassisch strukturierter Wein, der das Herz von Liebhabern klassischer Nebbiolo-Tannine höher schlagen lässt. Wie gesagt, die besten, konzentriertesten Trauben der ältesten Reben des Weinguts sind in diesem Wein! Im Nachhall bleibt die Textur von bröseligem Kalkstein erhaben und knackend mineralisch auf der Zunge. Die kompromisslose Qualität von Elio Grasso hebt sich in dieser Preisklasse ganz besonders ab und kommt im Gavarini ganz besonders beeindruckend zur Geltung. Das ist ein Freudenspender in all seiner wunderbar attraktiven Verspieltheit und Tiefe.