Weiser-Küstler ist ein 4,5 Hektar kleines Boutique-Weingut und neben Clemens Busch eines der Bio-Aushängeschilder der Mosel. Entsprechend stammt auch dieser Wein aus zertifiziert biologischem Anbau. Konstantin Weiser und Alexandra Künstler bearbeiten ihre zumeist an Einzelpfählen erzogenen Reben in akribischer Handarbeit. Alles wird spontan vergoren. Vergärung und Ausbau finden in Edelstahl oder traditionellen Fuderfässern statt. Die Abfüllung geschieht für moselanische Verhältnisse eher spät mit ausgedehntem Hefekontakt. Die Ellergrub in Enkirch ist neben dem Trarbacher Gaispfad eine der Top-Lagen an diesem Moselabschnitt. Die 100 Jahre alten, wurzelechten Reben für diese Spätlese stehen auf blauem Schiefer. Diese Lage bringt immer eine ganz feine Klinge hervor. Eine Selektion von goldgelben Riesling-Trauben, botrytisfrei, das wird komplett aussortiert. Die Nase ist dicht und verströmt eine üppige Fruchtwolke, ist aber dennoch sehr fein. Wir haben Mandarine und etwas Passionsfrucht, die vor allem im Mund in dieser wahnsinnigen Säurefrische ihre Pikanz ausspielt, auch viel Feuerstein im Nachhall. Das hat einen riesigen Köstlichkeitsfaktor mit diesem hohen Oszillographen in alle Richtungen in 2024. Es ist superstraff, aber weniger extrem als 2021, viel ausgewogener. Der perfekte Jahrgang tut sein übriges. Eine große Spätlese mit sehr langem Leben, die zugleich präzise, konzentriert, mineralisch und hedonistisch lecker ist.