Lobenberg: Aus uralten Reben im Kernbereich der Wehlener Sonnenuhr, allerbeste Parzellen und aufwändige Handarbeit bei diesem urtraditionellen Familienbetrieb. Wie fast alles bei Max Ferd. Richter ist auch dieser Wein direkt im Fass spontanvergoren. Von diesem Wein gibt es nur ein 450-Liter-Fass, das aus den 1950er Jahren stammt. Die Nase ist bezaubernd, hochkonzentriert, dicht, wunderbar hedonistisch, aber auch feinziseliert und sehr stylisch. Warme Apfeltarte, Marillenkompott, Maracuja, glasklar und berstend frisch. Kumquat und Minze nuancieren die Nase nach oben heraus. Dazu auch saline Anklänge, zerstoßener Schiefer, salzige Meeresbrise, Salzzitrone. Unglaublich komplex, vielschichtig, ergreifend. Superkomplex, die Nase ändert sich gefühlt sekündlich. Vom Mostgewicht sind die hochreifen, goldgelben Träubchen der uralten Reben hier schon im Bereich Beerenauslese. Die Konzentration ist massiv, dicht und viskos, aber dank dieser laserartigen Säure hat der Wein ein fast feingliedriges, supersalziges Gerüst. Das ist ein absoluter Hammer für diesen Preis. Der Wein ist kristallin und strotzt nur so vor mineralischer Schärfe und Spannkraft. Was für ein imposantes Mineralmonster. Die Textur ist üppig und samtig, aber so sehr von feinem Salz durchzogen, dass die Augen schmal werden. Darauf folgt ein furioser, ewiger Nachhall, der keine Gefangenen macht. Das ist schon ein einmaliger Stoff. 97-100/100