Dieser Wein stammt aus einem geradezu magischen Ort: einem winzigen, nur 1,5 Hektar großen Terrassenweinberg in Südwest-Exposition, hoch oben in den kühlen Lagen von San Vicente. Reiner Kalkstein mit vielen Kalkadern. Die über 100 Jahre alten Reben, viele davon vermutlich noch wurzelecht, wachsen in einem historischen gemischten Satz – Garnacha, Tempranillo, Graciano, weiße Sorten. Gepflegt von der über 70-jährigen Winzerin Jesusa Areta, einer Institution vor Ort, die seit Jahrzehnten mit Remelluri zusammenarbeitet. Ein echter Kultweinberg, vinifiziert von Telmo Rodríguez als Hommage – separat und mit höchstem Anspruch. Der Großteil wird nach der Handlese entrappt und dann schonend mit den Füßen gepresst, bevor im offenen Holz vergoren wird. Daraufhin, für 14 Monate im Fuder ausgebaut. Im Glas ein leuchtendes Rubinrot, glasklar, mit feiner Transparenz – nichts Opulentes, sondern Eleganz pur. Ein hochfeines, verspieltes Aromenspiel in der Nase. Reife Himbeeren, rote Johannisbeeren, saftige Walderdbeeren, dazu ein Hauch Kirsche. Ungemein tänzerisch, zart und mit immenser Spannung. Es reiht sich etwas Marzipan, Lakritze und Kakaobutter dazu. Die alten Reben erzählen hier ihre ganz eigene Geschichte. Fein, saftig und hell. Alles wird von dieser kühlen, salzigen Frische der Hochlagen durchzogen. Das ist kein lauter Rioja, sondern ein subtiler, tiefgründiger, fast burgundischer Wein, voller Finesse, Präzision und Eleganz. Eine wunderbare Hommage an eine Winzerin, an ein Terroir, an die klassische Rioja-Eleganz.