Lobenberg: La Vitoriana wird aus den besten Parzellen des kühlen Nordhangs der Gemeinde Valtuille erzeugt, ein Blend der Filetstücke des Weinbergs sozusagen. Lehmreiche Böden, uralte Reben. Meist ist bei der Vergärung ein gewisser Anteil ganze Trauben mit im Spiel. Die Partien reifen zwischen 12 und 20 Monaten in Barriques. Der Duft, wow, ist das fein, Volnay Premier Cru, dunkel-rotfruchtig, zart, präzise, schwebend, die Nase hat Flügel. Kirsche, rot und schwarz, Waldbeeren, ein bisschen Eisenstaub und Bleistiftabrieb, aber neben der mineralischen Würze haben wir auch diese wunderbare balsamische Süße aus der Brombeere und Schwarzkirsche, aber völlig ohne Schwere, überhaupt nicht üppig, immer leichtfüßig, verspielt und doch so intensiv. Dazu auch süße Gewürze: Nelke, Lakritze und eine Prise Pfeffer. Immer changierend zwischen herb-steinig, luftig-kirschig und süß-würzig. Genial, ein Wein zum Schnuppern und Träumen von diesen wilden Landschaften des grünen Norden Spaniens. Im Mund hocharomatisch, filigran und zart wie die Nase, aber so saftig in der Kirsch- und Waldbeerenfrucht, so genial unterlegt von der Frische aus der Säure und dem Salz. Die Tannine sind feinkörnig, griffig, kreidig, durchaus präsent und nicht wenig, aber samtig und geschmeidig. Zunächst dominiert diese wunderbare Sauerkirschfrische, Blutorange, pfefferig, steinig. Die Zunge wird lange belegt, die steinig-salzige, wilde Frucht rollt immer wieder nach. Kühl und floral-balsamisch im Mund, durchaus nachhaltig und druckvoll in der Mitte, aber so genial saftig, fein und elegant, dass es niemals schwer wird. Trinkt sich bei aller Klasse einfach so weg, das ist schon verblüffend. Die Tannine werden dennoch von einigen Jahren Flaschenreife profitieren. Aber die Eleganz ist schon jetzt famos. Vitoriana gehört zu den spannendsten und besten Mencia, die im Bierzo erzeugt werden.
2023 war sehr warm, aber er ist deutlich kühler und balancierter als der noch heißere und trockenere 2022. Nicht so aufregend und extrem wie 2021, eher eine reife und harmonische Version von 2020. Und so ist 2023 durchaus eine Fortsetzung der so großen Jahrgänge seit 2019. Luis Gutierez, Parkers Mann für Spanien, fasst den Jahrgang 2023 anhand von Alvaro Palacios Weingütern ganz im Westen und ganz im Osten, somit Landesübergreifend so zusammen: 2023 was an even more generous crop than 2022 … the wines have better balance, and it doesn't feel like a warm year at all. In fact, the wines feel more like they come from a cool year. It's a vintage that has a tendency toward reduction, not as much as 2020, but still reductive. But it's an elegant, stony reduction...The quality of the 2023s is stunning. There is a level of precision, cleanliness, symmetry and elegance that, if the end of the élevage and the bottling goes as expected, I must conclude that 2023 might be the finest vintage ... There might be other individual wines that reach higher peaks, but as an overall portfolio, the vintage 2023 represents the strongest collection ever produced.