Neben Gigondas und Rasteau zählen Vacqueyras und Vinsobres zu den Topgemeinden der Südrhône – die Hochlagen brachten in diesem heißen, trockenen Jahr geniale Qualitäten wie es in 2022 auch schon war. Vacqueyras und Rasteau streiten sich jedes Jahr darum, wer den anderen denn wohl schlagen mag. Manchmal ist es Vacqueyras, dieses Mal ist aber Rasteau der absolute Überflieger. Aber Vacqueyras ist nicht so weit dahinter, muss sicher aber Rasteau und Gigondas geschlagen geben. Dennoch grandios. Die Nase beginnt rotfruchtig: Süße rote Kirsche und Rosenblätter. Ein kalksteiniger Angang und eine Feinheit, wie sie nur von den 15 Prozent Mourvèdre kommen kann. Sicherlich ist sie eine der Zukunftssorten der südlichen Rhône. Der Anteil Rappen gibt zusammen mit der roten Frucht eine wunderbare Würze. Dieser Vacqueyras ist schon verdammt gut gelungen. Eigentlich eine höhere Version des Côtes du Rhône Cuvée Spéciale. So viel rote Frucht, so fein! Himbeere und diese wunderbare Würzigkeit der Rappen. Ein Naturwein-Paradies… feine Chilischärfe von den Rappen im Mund. Salzige Länge. Es fehlt ihm, um an den Rasteau und Gigondas ranzukommen, ein bisschen Volumen und Fleisch in der Mitte, er ist sehr schlank. Das macht ihn gleichzeitig deutlich feiner. Wenn der Rasteau ein Morey-Saint-Denis ist in seiner Schwärze und Reichhaltigkeit, dann ist das hier ein sehr feiner Chambolle-Musigny. Schlank, lang und delikat, mit seidigen Tanninen. Nichts Festes, Fleischiges, sondern nur filigranes Wohlgefallen. Hocherotisch und sehr schick. *** Tardieus Vacqueyras 2025 kommt von zwei verschiedenen Plots im Ort: Plateau de Sarrians und La Ponche. 70 Prozent Grenache und 30 Prozent Syrah. Die Grenache-Reben sind über 60 Jahre alt und die Syrah über 40 Jahre. Die Trauben werden hälftig nicht entrappt. Das Ganze wird spontan im Barrique vergoren. Danach erfolgt der Ausbau für zehn Monate in Barriques mit Zweit- und Drittbelegung. Anschließend wird der Wein für weitere zehn Monate ins Doppelstückfass von Stockinger gelegt. Die Weine werden nicht geschönt und nicht filtriert, bevor sie in die Burgunderflaschen gefüllt werden. Seit dem Jahrgang 2020 mit der teuersten Korkvariante von DIAM ausgestattet, die neben Naturkork 100 Prozent natürliche Materialien wie Rizinusöl und Bienenwachs enthält.