Spontangärung im alten Keller unter Schloss Grünhaus, überwiegend im Fuder, aber auch Edelstahltanks. Das gibt mehr Komplexität und Spannung, beides hat seine Vorteile. Die Nase des Herrenbergs glänzt grünhaustypisch vor allem durch Würze, Meersalz und Gartenkräuter, darüber warme Zitrusfrucht, nicht aggressiv, aber mit Nachdruck und sehr hohem Oszillographen. Irre mineralisch, nasser Stein, Feuerstein, Limettenschale mit grüner Birne und Fenchelgrün. Der Mundeintritt kracht – und er kracht gewaltig. Die Minerale kreiseln auf der Zunge, salzig, straff, massiver Druck aus den steinigen Gerbstoffen, sehr dicht. Die Augen ziehen sich zusammen, hochintensiv, die Vibration ist schon immens. Schlank, aber doch mit berauschendem Schub aus der Struktur. Mehr Power als 2022 und zugleich gefühlt mehr Säurefrische und krachender Mineralität. Die feinen grünhaustypischen Kräuternoten geben eine animierende Bitternis, die etwas an Tonicwater erinnert. Sehr erfrischend und angenehm zitronengrasig-currywürzig. Da ist richtig Musik drin. 95-96+/100