Wir sind in 2023 wieder zurück bei alter Fruchtstärke! Wow, was für eine expressive Eleganz, feingliedrig, aber da kommt so viel Wein aus dem Glas. Der Abtsberg ist der älteste Rebberg von Maximin Grünhaus, er ist kühler als der Herrenberg und steht auf hartem, blauem Schiefer. Die Grundqualität des GG ist eine Auslese, und nur die ältesten Reben aus den höheren Lagen gehen in das Große Gewächs. Der blaue Schiefer bringt die Kühle und Mineralität in den Wein. Wir haben die mentholige Frische, die typisch ist. Nach dem krachenden Herrenberg kommt der Abtsberg wie immer etwas ruhiger und eleganter aus dem Glas, sehr geradlinig, geschliffen. Die Nase hat Curry und Grapefruit, auch süße Limette und schlanke grüne Birne. Die Süd-Südost-Exposition bringt die Sonneneinstrahlung für die Süße der Frucht. Alles zusammen schafft die Balance und Harmonie, die den Abtsberg immer zu einem der größten und harmonischsten Weine des Jahrgangs werden lässt. Er ist zu Recht eine Ikone. Ein erheblicher Teil des Abtsberg wird nach Verkostung abgestuft und geht in den Grünhäuser 1G. Der Abtsberg bringt unverwechselbare Weine. Das Terroir dieses blauen Schiefers, dieses Cool-Climate. Dieser Wein ist unverkennbar, sticht immer heraus. 2023 ist schon deutlich intensiver und zugleich rassiger als 2022, wir gehen mehr zur Wildheit eines 2015 in der Säure, dazu aber die Fruchtstärke von 2017 und 2012. Der Wein ist intensiv und hat schon Dampf, attackiert vorne über einen klirrenden Mineraleinschlag unter seiner Frucht. Die Frische ist schon immens in diesem Jahr, die Zunge rollt sich, die Lippen werden salzig belegt. Wow, so ein Geschoss auf Grünhaus gibt es nicht alle Tage. 97-98/100