Lobenberg: In 2022 war die Trockenheit das bestimmende Thema über den Sommer, dann kam der Regen im Herbst, der zu einem mutigen Wartespiel wurde. Alexander hat einen Großteil seiner Trauben vor dem Regen geholt, weil er nicht pokern wollte oder anders gesagt die reifen Trauben reinholen wollte, um im schlimmsten Fall nicht zu viel zu verlieren. Dann ging es immer wieder hin und her mit partiellen Regenschauern und am Ende war für Alexander alles was vor dem Regen geholt wurde das größere und bessere Material. Der 2022er wurde komplett in gebrauchten Barriques von 10 Jahren und mehr ausgebaut, nicht mehr wie früher in Fuderfässern, da Alexander Stoddens Fuder alle der Flut zum Opfer gefallen sind. Die Nase ist eine Explosion in roter Frucht, Sauerkirsche, Thymian, dann mit der typischen dunklen Würze der Ahr unterlegt, geflämmtes Fleisch, Holzkohle, Vulkangestein. Glockenklar und saftig im Antrunk, Herzkirsche, Lavendel, roter Tee, viel Energie und hauchzarte Tannine. Die Frische der roten Frucht steht dem Wein extrem gut, wunderbar delikat und samtig-dicht, einnehmend in seiner tänzelnden rotfruchtigen Finesse.