Die Vorselektion aus den Top-Lagen des Hauses, also eigentlich ein klassischer Zweitwein der Grands Crus: Ellergrub, Batterieberg, Steffensberg. Aber Zweitwein wird diesem Stoff kaum gerecht, denn auch er stammt aus rund 80 Prozent wurzelechten, alten Reben von mindestens 60 Jahren. Kurze Maischestandzeiten von ein paar Stunden, dann ziemlich cloudy von der Presse direkt in die gebrauchten Barriques und 100 Prozent spontan vergoren. Alte Barriques, kein neues Holz, es geht nur um die Mikrooxidation und nicht um die Holzaromatik. Wie immer recht geringe Erträge aus den alten Stöcken, dadurch bekommt der Wein auch diese Konzentration. Sehr interessanter Frucht-Twist mit Quitten, Granny Smith, Limettenzeste und grünem Pfeffer. 2024 hat diese feine, engmaschige Spannung. Er hat diese feine grünliche Spannung in der Frucht, obwohl er so viel Power und Dichte hat. Der ganze Mundraum wird eingenommen, hohe Intensität in gelber Frucht, aber kein fett, es bleibt rassig und von feiner Schieferwürze getragen. Vibrierender, mundwässernder Abgang mit viel Zug und genug Druck, um auch als Speisebegleiter zu brillieren. Ohnehin gehören die Weine von Immich eigentlich an den Tisch, das sind keine leichten Zechweinchen, obwohl sie so niedrig im Alkohol sind. Ein sehr schicker, eleganter und zugleich hochintensiver Mosel-Riesling.